Navigation

Aktuelles aus Hünfeld

Eine Reitstunde zum 100. Geburtstag

Hünfeld. Dass sie ihren 100. Geburtstag mit ihrer Sargenzeller Familie einmal in Hünfeld feiern würde, war der rüstigen und vitalen Jubilarin Hildegard Fritz keineswegs vorgezeichnet. Energisch bestand die 100-jährige darauf, alle Glückwünsche noch im Stehen entgegennehmen zu können.

Zu den zahlreichen Gratulanten zählte auch Mechthild Klee für den Landkreis Fulda, Stadträtin Martina Sauerbier, die die Glückwünsche des Bürgermeisters, der städtischen Gremien und des Hessischen Ministerpräsidenten überbrachte, sowie Ortsvorsteherin Pia Biedenbach. Die Ortsvorsteherin bekannte ganz freimütig, dass sie von manchem Gartentipp der Jubilarin sehr profitiert habe und ihre Klage, dass zu selten Tanz in Sargenzell sei, nehme sie durchaus ernst. Im neuen Erweiterungsbau des Gemeinschaftshauses wolle sie die Idee eines regelmäßigen Seniorentanzes aufgreifen, bei dem sie Hildegard Fritz dann als Ehrengast einladen könne. Auch Martina Sauerbier zeigte sich beeindruckt von der Vitalität, Rüstigkeit und geistigen Frische der 100-jährigen. Mechthild Klee betonte, dass es sicher eine besondere Gnade sei, diesen Ehrentag mit der großen Familie feiern zu dürfen.

Die Sargenzellerin stammt aus Wahren bei Breslau und arbeitete zeitweise in der Schoßküche des Grafen von Dyhernfurth, bis sie einen gelernten Schmied heiratete und Familie gründete. Weil ihr Mann Verwandte in Berlin hatte, war sie regelmäßig in der Hauptstadt zu Gast und genoss das großstädtische Leben mit Theater, Oper und anderen Vergnügungen. Mitten in der Kriegszeit wurde der erste Sohn geboren, den sie aber zunächst allein großziehen musste, da der Vater zwei Jahre später als Soldat bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Mitten im kalten Winter 1945 floh sie vor den anrückenden russischen Truppen nach Westen zur Verwandtschaft in Dietershausen. 1948 heiratete sie den Schreinermeister und Landwirt Albert Fritz aus Sargenzell, mit dem sie drei weitere Kinder hatte. Neben der Arbeit in der Landwirtschaft half sie sogar noch in der Schreinerei mit und kümmerte sich um die Erziehung der drei Kinder. 1988 wurde Hildegard Fritz erneut Witwe. Trost waren ihr die große Familie, die mittlerweile auf neun Enkel und zehn Urenkel angewachsen ist. Bis heute geht sie noch gern in den Garten, hält Kontakt zur Nachbarschaft und Ortsgemeinschaft und nimmt regen Anteil am Geschehen.

Gern erzählt sie ihren Kindern, Enkeln und Urenkeln von ihrer Zeit in der schlesischen Heimat und berichtet dabei auch von ihrem großen Lebenstraum, noch einmal wie in der Jugendzeit zu reiten. Dieser Wunsch wird sich möglicherweise noch erfüllen, da die Familie ihr zum Hundertsten einen Gutschein für eine Reitstunde schenkte.

nach oben

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.