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Aktuelles aus Hünfeld

Wenn die Kirche im Dorf bleiben soll

Hünfeld. „Vor uns liegt das Zusammenwachsen und die Bildung von zwei Pfarreien“, sagte Pfarrer Peter Borta beim Neujahrsempfang der Kirchengemeinden St. Jakobus und St. Ulrich Hünfeld sowie Rückers und Sargenzell im Pfarrheim St. Ulrich. „Wir müssen uns auf den Weg machen“, betonte Borta.

Künftig werde in den Kirchen manches mit, vieles aber auch ohne Priester stattfinden. Wichtig sei es, die „Kirche im Dorf zu lassen“. „Vieles wird möglich sein“, betonte Borta mit Blick auf die Zukunft. Wichtig sei, dass Menschen sich engagieren. Beispielsweise werde es mehr Wortgottesdienste geben. „Die spannende Frage lautet: Werden die Angebote angenommen?“, sagte Borta und fügte hinzu: „Keine Sorge: Kirche wird gefeiert werden – mit wem und in welcher Form bleibt offen.“

Für Borta war es der letzte Neujahrsempfang als Hünfelder Pfarrer. Mitte des Jahres geht der 70-Jährige in den Ruhestand. Noch im Januar oder Februar wolle das Bistum seine Stelle ausschreiben. „Das heißt, dass Bistum will die Stelle ohne größere Vakanz wiederbesetzen“, verdeutlichte Borta.

Zu Beginn sprach der Geistliche auch die Übertragung der Christmette aus der Stadtpfarrkirche in der ARD an – „ein aufregendes und schönes Erlebnis“. „Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben erfahren, was es mit Adrenalin auf sich hat. Bis 2 Uhr konnte ich nicht schlafen“, sagte er lachend. Großes Lob spendete er für das Vokalensemble St. Benedikt, das die Christmette musikalisch umrahmte.

Borta las eine Rede von Hans-Peter Wiegand vom Verwaltungsrat St. Ulrich vor, der auf das Jahr 2019 zurückblickte. Wiegand schrieb: „Die Ehrenamtlichen tragen mit ihrer Arbeit dazu bei, dass Kirche in diesen schwierigen Zeiten sichtbar bleibt.“ Zudem ging er auf den Bistumsprozess 2030 mit dem Thema „Zusammen wachsen“ ein. Beim Pastoralverbundstag habe eine erste Abstimmung die Bildung von zwei Pfarreien ergeben: Pfarrei 1 Hünfeld St. Jakobus, St. Ulrich, Rückers, Sargenzell, Michelsrombach, Rudolphshan, Burghaun, Hünhan, Neukirchen und Langenschwarz sowie Pfarrei 2 Mackenzell, Dammersbach, Molzbach, Nüst, Hofaschenbach, Silges, Rimmels, Morles, Haselstein, Großenbach, Kirchhasel und Roßbach. Bereits 2022/23 sollen nur noch zwei Pfarreien im Pastoralverbund bestehen, so Wiegand.

Erster Stadtrat Stefan Schubert machte deutlich: „Die Kirche hat eine frohe Botschaft. Diese frohe Botschaft selbstbewusst zu verkünden, das ist und bleibt ihr Auftrag.“ Für 2020 wünschte sich Schubert eine „Kirche in der Offensive“. Gegenwärtig erlebten wir in unserer Gesellschaft Tendenzen, dass sich der Eine über den Anderen erhebe. „Aus Worten folgen nicht selten Taten, die sich im schlimmsten Fall in Gewalt äußern.“ Hier sei die Gesellschaft als Ganzes gefordert. Zudem gehöre es zum Selbstverständnis der Kirche, in die Gesellschaft hineinzuwirken und deutlich die Stimme zu erheben, wo es erforderlich sei.

Schubert freute sich, dass die bewährte Partnerschaft zwischen Stadt und Kirchengemeinden bei den Kindergärten nicht zu Ende geht. Die Kirchengemeinde St. Ulrich habe entschieden, auch die Trägerschaft für die neue Kindertagesstätte im Nord-Ostend zu übernehmen. Zudem sei die Stadt im vergangenen Jahr im konstruktiven Dialog zu der Entscheidung gekommen, für den traditionsreichen Kindergarten St. Jakobus einen Neubau zu schaffen.

Pater Francis, der seit 2018 in Hünfeld tätig ist, sagte, er fühle sich sehr wohl hier und sei sehr gut aufgenommen worden. Zudem dankte er für die Unterstützung für seine Heimat Indien. Musikalisch umrahmt wurde der Neujahrsempfang vom Vokalensemble St. Benedikt unter der Leitung von Regionalkantor Christopher Löbens. Die Sängerinnen und Sänger brachten weihnachtliche Weisen in verschiedenen Sprachen auf höchstem Niveau zum Besten.

Die Ehrenurkunde des Bistums Fulda erhielt Helga Glotzbach. Seit 27 Jahren hat sie den wöchentlichen Besuchsdienst für die Kirchengemeinde im Haus Bethanien in Hünfeld übernommen. Pfarrer Borta dankte ihr dafür aufs Herzlichste.

 

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