Aktuelles aus Hünfeld

Nicht nur Kinderaugen zum Leuchten bringen

Sargenzell. Die Krippe und das Weihnachtsgeschehen in jede Familie und in die Gesellschaft zu tragen, dieses Ziel hat sich der Verein Hünfelder Krippenfreunde gesetzt. Am Freitag wurde die 15. Krippenausstellung in der Alten Kirche Sargenzell eröffnet.

Gezeigt werden im Schwerpunkt Rhöner Krippen aus Hessen, Bayern und Thüringen, aber auch internationale Krippendarstellungen in ganz traditioneller, aber auch moderner Weise. Rolf-Dieter Preuß, Vorsitzender der Krippenfreunde, äußerte bei der Eröffnung die Befürchtung, dass die 15. Ausstellung die letzte ihrer Art sein könnte, wenn es nicht gelinge, junge Mitglieder für den Verein zu begeistern. Angesichts des großen Aufwandes und der damit verbundenen Arbeit sei es absehbar, dass der Verein dies in seiner gegenwärtigen Struktur nicht auf Dauer leisten könne. Deshalb hoffe er, dass die Krippenausstellung dazu beitragen werde, auch jüngere Menschen anzusprechen. Er dankte den vielen engagierten Helferinnen und Helfern, die diese Ausstellung wieder ermöglicht hätten.

Stadträtin Martina Sauerbier rückte die zutiefst menschliche Botschaft des Weihnachtsgeschehens in den Mittelpunkt, nachdem sie auch die Grüße des Bürgermeisters Stefan Schwenk überbrachte, Jesus sei mitten unter den Menschen geboren worden, unter den Armen, den Hirten und Handwerkern. Sie drückte die Hoffnung aus, dass die Krippenausstellung nicht nur Kinderaugen zum Leuchten bringen solle. Für sie verbinde sich die Weihnachtskrippe mit vielen Kindheitserinnerungen.

Kreisbeigeordnete Mechthild Klee betonte, dass sie die Ausstellung an die Begegnung mit einer 89-jährigen Ordensfrau in Simbabwe erinnere, die letztes Jahr gestorben sei. Bei jedem ihrer Besuche bei der Ordensfrau habe diese darum gebeten, gemeinsam deutsche Weihnachtslieder zu singen. Sie plädierte dafür, dass aus dem Krippenbrauchtum auch eine Botschaft für das Hier und Heute ausgehen müsse, damit alle Menschen spürten, dass sie geschätzt und geliebt würden.

Zuvor hatte Pfarrer Peter Borta das Weihnachtsgeschehen in aktuelle Bezüge gestellt. Der Heiligen Familie sei damals eine Herberge verweigert worden. Das geschehe heute noch tausendfach. Er erinnerte an eine Ministrantin aus Afrika, die als Geflüchtete nach Hünfeld gekommen sei. Trotz der unsäglichen Bedingungen ihrer Flucht und der schwierigen Lebensbedingungen als Geflüchtete in Deutschland habe sie sich ihre Lebensfreude bewahrt. Ihre Familie habe keine Herberge in Deutschland gefunden, wo sie jetzt sei, wisse er nicht. Als weiteres Beispiel nannte er eine Seniorin in einem Hünfelder Seniorenheim, die dort gut gepflegt werde, aber keinen Platz im Herzen ihrer Kinder und Verwandten gefunden habe.
Daran knüpfte Sargenzells Ortsvorsteherin Pia Biedenbach an. Wenn man in der Familie eine Krippe aufbaue, empfinde man eine große Freude, und diese Krippe erzähle immer dieselbe Geschichte. Sie hoffe, dass die Krippen dazu animierten, einmal inne zu halten und über die Botschaft des Weihnachtsgeschehens nachzudenken. Brigitte Lindner vom Vorstand des Fördervereins Alte Kirche Sargenzell erinnerte daran, dass die Krippenausstellung immer wieder zu den Hauptattraktionen der Aktivitäten in der Alten Kirche gehört hätten. Deshalb hoffe der Vorstand sehr, dass es auch künftig wieder Krippenausstellungen geben werde.