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Aktuelles aus Hünfeld

Kirchengemeinde vor großen Veränderungen

Hünfeld. Die katholischen Kirchengemeinden stehen vor großen Herausforderungen und Veränderungen. Dies wurde beim diesjährigen Neujahrsempfang der katholischen Kirchengemeinden St. Jakobus und St. Ulrich Hünfeld, sowie St. Anna Rückers und St. Maria Immaculata Sargenzell deutlich.

Aber auch andere Kirchengemeinden werden von Veränderungen betroffen werden, wie Stadtpfarrer Peter Borta bereits in seiner Begrüßung deutlich machte. Die Laien, Gottesdiensthelfer, Verwaltungsräte und Pfarrgemeinderäte werden künftig noch stärker in die Verantwortung gehen müssen, um das kirchliche Leben in ihren Gemeinden zu organisieren. Er kündigte an, dass Pfarrer Merz in diesem Jahr Mackenzell und Hofaschenbach verlassen werde und auch diese Gemeinden künftig zwischen den Kirchengemeinden Hünfeld und Burghaun aufgeteilt würden. Daneben stehe die Zusammenlegung der St. Jakobus-Gemeinde und der Ulrich-Gemeinde an. Dies sei eine besondere Herausforderung, wie die stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende Brigitte Trapp-Pfennig in ihrem Jahresrückblick zum Neujahrsempfang deutlich machte. Die ersten gemeinsamen Schritte würden gegangen. Es bestünden bereits viele gemeinsame Angebote, allerdings auch unterschiedliche Ansichten über das Tempo der Fusion, sagte die Sprecherin des Verwaltungsrates. Auch sie erwartet, dass die Laien in der Kirche künftig noch weitaus mehr Verantwortung übernehmen müssten. Dennoch zeigte sie sich zuversichtlich, dass dies gelingen werde. Sie sieht dies auch im Zusammenhang mit einem Kulturwandel im kirchlichen Leben insgesamt. Dieser erfordere Geduld und Mut.

Brigitte Trapp-Pfennig ging auch auf die laufenden Verhandlungen und Gespräche im Bereich der Kindergartenträgerschaft ein, die seit 2016 laufen. Kopfzerbrechen bereite dabei insbesondere der Kindergarten St. Jakobus, bei dem die Entscheidung bevorstehe, ob dieser noch saniert werden könne oder durch einen Neubau ersetzt werden solle. Weiterhin teilte sie mit, dass sich die St. Ulrich-Gemeinde um die Trägerschaft des künftigen neuen Kindergartens im Hünfelder Nord- und Ostend beworben habe. Dies hätte aus ihrer Sicht den Vorteil, dass Synergieeffekte mit dem benachbarten St. Ulrich-Kindergarten genutzt werden könnten. Eine intensivere Zusammenarbeit gibt es aber auch bei den Kirchengemeinden von Sargenzell und Rückers, in denen Angebote gemeinsam gestaltet würden. Insbesondere in Sargenzell hätten erfreulich viele junge Menschen Aufgaben in der Kirchengemeinde übernommen.

Pater Francis, der vor fünf Monaten als Kaplan nach Hünfeld kam, bedankte sich im Rahmen des Empfangs für die sehr gute Aufnahme in den Kirchengemeinden und warb für das soziale Projekt zur Unterstützung einer Schule und zur Behebung der Folgen einer Unwetterkatastrophe in seinem indischen Heimatdorf.

Vom Wandel seien Kirchengemeinden und politische Gemeinden gleichermaßen betroffen, betonte Bürgermeister Stefan Schwenk in einem Grußwort. Die Gottesdienste würden weniger besucht, die Zahl der Gläubigen nehme ab und es werde immer schwieriger, Menschen für das Ehrenamt zu gewinnen. Er warb dafür, gemeinsam für demokratische und christliche Werte einzutreten und Menschen aus ihrer Lebensrealität abzuholen. Dafür sei Zuhören, Raum geben, damit Menschen sich in ihren Sorgen und Nöten angenommen fühlten, aber auch das Vorleben von Werten erforderlich.

Auf die Kindergärten eingehend betonte der Bürgermeister, dass er sehr zuversichtlich sei, die Gespräche mit den Kirchengemeinden erfolgreich zum Abschluss führen zu können. Wenn Kindergärten auch pastorale Orte seien, dann erfordere dies auch ein finanzielles Engagement der Kirchengemeinden. Die Kirchen hätten darin allerdings die Chance, gerade junge Familien anzusprechen und für das Gemeindeleben zu gewinnen.

Musikalisch umrahmt wurde der festliche Neujahrsempfang durch das Vokalensemble St. Benedikt unter Leitung von Christopher Löbens.

Aus ihrem langjährigen Dienst verabschiedet wurden im Rahmen des Neujahrsempfangs der Hünfelder Kirchengemeinden Manfred Waider in Rückers, der 40 Jahre dem Verwaltungsrat angehörte und 25 Jahre als Küster wirkte, Agnes Noll, die viele Jahre die Geburtstagsbesuche für die Kirchengemeinde übernommen hatte, Ewald Ballmaier, der sich in der Pflege der Außenanlagen der St. Jakobus-Kirche engagierte und bei den Pfarrfesten stets als „der Boss des Getränkewagens“ fungierte sowie Diakon Helmut Kimmling, der seit 2010 für die gesamte Seniorenseelsorge im Pastoralverbund St. Benedikt Hünfelder Land wirkte.

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