Aktuelles aus Hünfeld

Klangperformance

Hünfeld. Eine interaktive Lesung und Klangperformance hat der Frankfurter Autor und Audiokünstler Dirk Hülstrunk im Museum Modern Art in Hünfeld präsentiert. Es war gleichzeitig der Abschluss von Hülstrunks zweimonatigem Arbeitsstipendium in Hünfeld. Im Museum zeigte er einige seiner künstlerischen Ergebnisse, die im Künstlerturm entstanden sind. Der Titel der Veranstaltung lautete „Vorübergehend fremd“.

Als „unglaublich bereichernd“ bezeichnete der 54-Jährige seine Zeit in Hünfeld und dankte der Stadt Hünfeld für die „wunderbare Unterstützung“. Es sei fantastisch, wie viel Kultur es hier zu entdecken gebe. Davon angeregt hat der Frankfurter neue Klangcollagen und Lyrik erschaffen, die die Tradition der Konkreten Poesie aufgreifen und erweitern.

Fasziniert war er von der Mundart, was am Abend im Gespräch mit Kulturstadträtin Martina Sauerbier deutlich wurde. Die beiden wagten ein Experiment: Sauerbier übersetzte Texte von Hülstrunk ins Rhöner Platt – was bei den Gästen im Museum sehr gut ankam. Auch Latifa Hamchou, die aus Syrien stammt und seit zwei Jahren in Hünfeld lebt, las zwei übersetzte Gedichte von Hülstrunk ins Arabische vor.

In der Haunestadt machte Hülstrunk mehrere Audio-Spaziergänge, von denen er einen dem Publikum präsentierte. Glockengeläut war genauso zu hören wie Blasmusik, Motorengeräusche, Wasserplätschern, Unterhaltungen, die Mackenzeller Kirmes und Sägearbeiten. „Hünfeld ist ein sehr beschäftigter Ort“, sagte er.

Zwei seiner Texte, die er in Hünfeld geschaffen hat, widmete er dem Künstlerturm. Interessant war auch das Gedicht „Ach das Laub“, das der Klangkünstler mittels eines Loop-Pedals vortrug und so einen Mix aus Überlagerungen zwischen menschlicher Stimme und Technik schuf. Beeindruckend war auch seine Präsentation eines Teils der „Sonate in Urlauten“ von Kurt Schwitters – ein Klanggedicht, das zwischen 1922 und 1932 entstand.

Musikalisch umrahmt wurde der Abend vom einem Klarinetten-Quartett der Tonica aus Mackenzell, bestehend aus Carolin Meyer, Clara Aha, Kerstin Götze-Sagert und Ute Krönung. Stadträtin Martina Sauerbier dankte Hülstrunk für seine künstlerische Zeit in Hünfeld. Vor Ort war auch Elisabeth Volck-Duffy vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, das gemeinsam mit dem Hessischen Literaturrat das Stipendium in Hünfeld ausgeschrieben hatte. Die Stadt Hünfeld hatte erstmals an dem Projekt „Autorenresidenzen im ländlichen Raum“ teilgenommen. Für die Besucher der Abschlussveranstaltung gab es ein Heft mit den literarischen Werken von Hülstrunk aus der Hünfelder Zeit sowie eine CD mit sechs Audio-Spaziergängen durch Hünfeld.