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Aktuelles aus Hünfeld

Baumaßnahmen müssen weiter gestreckt werden

Hünfeld. Die Stadt Hünfeld wird weitere Tief- und Hochbaumaßnahmen in den nächsten Monaten strecken müssen. Wie Bürgermeister Stefan Schwenk dazu mitteilt, will der Magistrat damit auf die in manchen Branchen überhitzte Baukon-junktur reagieren und zu einer möglichst gleichmäßigen Auslastung bei den Auf-tragnehmern beitragen. Auch die Preise ziehen nach den Beobachtungen des Bürgermeisters bei manchen Gewerken sehr deutlich an.

Noch im September werde der Magistrat deshalb verschiedene Vorhaben im Be-reich des Tiefbaus auf den Prüfstand stellen, um zu einer zeitlichen Streckung zu kommen. „Wir bekommen gar nicht genügend Angebote, um alle bereits veran-schlagten Investitionsvorhaben zeitnah umsetzen zu können“, schreibt Schwenk in einer Presseerklärung. Deshalb wolle er dem Magistrat vorschlagen, einige Vorha-ben zurückzustellen und bei anderen Vorhaben zwar die Ausschreibungen vorzu-nehmen, aber den Firmen einen großzügigen Zeitkorridor für die Ausführung einzu-räumen, um günstigere Angebote zu erzielen und zu einer gleichmäßigeren Aus-lastung im Interesse der Unternehmen beizutragen. Es sei gegenwärtig nicht ab-sehbar, dass die Baukonjunktur sich abkühle. Deshalb müsse sich die Stadt auch in der kommenden Zeit auf ein insgesamt deutlich steigendes Preisniveau einstellen. Bei manchen Gewerken seien die Firmen gegenwärtig so gut ausgelastet, dass teilweise überhaupt keine Angebote mehr abgegeben würden, bei anderen werde das Bauamt im Gegensatz dazu mit vielen und sogar vergleichsweise wirt-schaftlichen Angeboten überrascht. Wenn er das Gespräch mit Firmen und mögli-chen Auftragnehmern suche, dann höre er fast überall, dass die Firmen gern ihre Kapazitäten ausbauen würden, aber nicht das notwendige Personal dafür finden könnten, erklärt Schwenk. Trotz der hohen Anstrengungen im Bereich der Ausbil-dung täten sich viele Bauunternehmen zunehmend schwerer, genügend Mitarbeiter zu finden. Das führe im Einzelfall dazu, dass bei Krankheitsfällen in den Betrieben Baustellen auch vorübergehend eingestellt werden müssten.

Die vergleichsweise hohen Überhänge von Haushaltsjahr zu Haushaltsjahr resul-tierten allerdings auch daraus, dass Baumaßnahmen heute in der Regel nicht in einem Haushaltsjahr abgewickelt werden könnten. Bereits bei der Ausschreibung müssten die Mittel und die haushaltsrechtliche Ermächtigung vorliegen, bei Tief-baumaßnahmen vergingen in der Regel zwei Haushaltsjahre oder sogar mehr, bis eine größere Maßnahme fertiggestellt und abgerechnet werden könne. Der Bür-germeister zeigte sich in seiner Mitteilung auch dankbar gegenüber vielen heimi-schen Firmen, die trotz der brummenden Konjunktur die Stadt als Auftraggeber in vielen Fällen nicht „hängen gelassen“ haben und sich trotz Auslastung bereit erklärt hätten, Angebote abzugeben und Aufträge auszuführen. Die Unternehmer wüssten sehr wohl, dass die Stadt Hünfeld ein verlässlicher Auftraggeber sei, der unabhängig von konjunkturellen Schwankungen in den zurückliegenden Jahren und Jahrzehnten kräftig und nachhaltig in die Erhaltung und Modernisierung der Infrastruktur investiert habe.

Zurückgestellt oder mit längeren Ausführungsfristen ausgestattet werden sollten aus Sicht von Schwenk beispielsweise Arbeiten im Bereich des Endausbaus von Straßen in Neubaugebieten, dort, wo durch Baustraßen eine hinreichende Er-schließung für die Grundstückseigentümer sichergestellt sei. Bei anderen Vorha-ben, insbesondere im Bereich des Tiefbaus, bestünden jedoch Zwangspunkte wie bei Gemeinschaftsmaßnahmen mit Hessen Mobil und Fördermaßnahmen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt fertiggestellt werden müssten oder bei Kombinati-onsmaßnahmen mit Ver- und Entsorgern.

 

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