Navigation

Aktuelles aus Hünfeld

Bergpredigt aus Samen und Körnern

Hünfeld-Sargenzell. Auch der 31. Sargenzeller Früchteteppich wird wieder viele zehntausend Gäste in den nächsten Wochen nach Sargenzell locken. Bis zum 4. November ist er täglich von 9 bis 18 Uhr zu sehen. Telefonische Gruppenanmeldungen sind bei der Touristinfo Hessisches Kegelspiel, Telefon 06652 180-195, sowie bei Hiltrud und Horst Münkel, 06652 7938591, möglich.

Das Motiv des diesjährigen Früchteteppichs, der erstmals unter der Verantwortung der künstlerischen Leiterin Heike Richter in wochenlanger, mühseliger Detailarbeit gelegt worden war, zeigt „Die Bergpredigt“, eine Buchillustration des englischen Malers Harold Kopping aus dem Jahr 1910. Adolf Döring, Vorsitzender des Fördervereins, drückte anlässlich der Eröffnung seine Hoffnung aus, dass auch dieser Früchteteppich wieder dazu beitragen werde, Gottes Wort durch das Bild zu verkünden. Die Helfer um Heike Richter wirkten teilweise bereits seit Jahrzehnten mit. Erfreulich sei aber auch, dass einige neue Helfer, darunter auch Jugendliche, gewonnen werden konnten. Döring dankte der langjährigen künstlerischen Leiterin Ria Noll, die mehr als 25 Jahre großartige Kunstwerke geschaffen haben. Die künstlerische Leiterin Heike Richter betonte, dass es ihr ganz wichtig gewesen sei, die aufmerksamen Gesichter der Zuhörer Jesu auszuarbeiten, die von der Botschaft des Herrn betroffen und angerührt worden seien. Dies sei allerdings nur durch ihr „tolles Team“ möglich gewesen, das drei Monate lang auch unter erschwerten Bedingungen bei sommerlicher Hitze durchgehalten habe.

Domkapitular Prof. Dr. Gerhard Stanke ordnete den Bildinhalt aus religiöser Sicht ein. Die Bergpredigt gehöre zu den fünf großen Reden Jesu in der Bibel. Es sei eine programmatische Rede, mit der Jesu das alttestamentarische Gesetz abgelöst habe. Sie mache deutlich, dass der Mensch selig werde, wenn er sich von Gottes Wort anrühren lasse. Das wichtigste sei, dass die Rede sehr radikal eine Umkehr von bisherigen Grundsätzen fordere. Statt Auge um Auge solle der Mensch auch die andere Wange hinhalten, wenn er geschlagen werde, der Mensch sei dazu aufgerufen, seine Feinde zu lieben und für sie zu beten. Jesus traue den Menschen das Gute zu und habe die Vollmacht Gottes, die Menschen zur Veränderung aufzurufen. Es komme auf das Herz an. Daraus entstünden gute und böse Gedanken und Taten. Kreisbeigeordnete Sabine Bauer würdigte den Früchteteppich auch als einen touristischen Magnet für den gesamten Landkreis Fulda. Das sei er zu Recht mit seinem Detailreichtum und seiner großartigen Qualität. Dies bescheinigte auch Erster Stadtrat Stefan Schubert, der von einer großen Strahlkraft des Früchteteppichs weit über die Region hinaus sprach. Bis zu 60.000 Menschen pro Jahr pilgerten nach Sargenzell, um dieses Kunstwerk zu sehen. Er würdigte auch die Arbeit von Ria Noll, die drei Jahrzehnte maßgebend zum großen Erfolg beigetragen habe. Dafür verdiene sie viel Anerkennung. Er hoffe, dass Heike Richter als neue küstlerische Leiterin diese Erfolgsgeschichte weiterschreiben werde. Für ihn sei die Botschaft des Bildes aktueller denn je, denn nicht Egoisten machten die Welt besser, sondern nur mitfühlende Menschen. Er hoffe, dass sich viele davon anrühren ließen.

Ortsvorsteherin Pia Biedenbach ging darauf ein, dass das Bild allein aus naturbelassenen Samenkörnern und Blütenblättern erstellt worden sei. Der trockene Sommer habe einmal mehr vor Augen geführt, wie sorgfältig der Mensch mit den Gaben Gottes umgehen solle. Die Ortsvorsteherin kritisierte allerdings die Baustellen rund um die alte Kirche, die die Arbeiten sicher erschwert hätten.

Pfarrer Peter Borta gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass Menschen durch das Bild angeregt würden, wieder die Bibel zur Hand zu nehmen, um zu lesen, was Jesus gesagt habe. Sein evangelischer Amtsbruder Jürgen Gossler sprach davon, dass der moderne Mensch sich ungern belehren lasse. Das Bild mache aber deutlich, dass es heilsam für die Welt wäre, sich von Jesus belehren zu lassen. Pater Superior Karl-Heinz Vogt freute sich darüber, dass das Kloster in jedem Jahr bei der Vorbereitung des Früchteteppichs helfen könne, indem die Führer der Gäste auf ihre Tätigkeit im Kloster vorbereitet werden könnten. Die Faszination erziele dieses Bild sicher auch dadurch, dass es aus natürlichen, lebendigen Materialien hergestellt sei.

Schwester Domenica von den Barmherzigen Schwestern des heiligen Vincenz von Paul in Fulda überbrachte die Grüße des Mutterhauses und ging ebenfalls auf den Bildinhalt ein, der dazu aufrufe, das Leben an Jesus auszurichten. Zum Abschluss dankte der zweite Vorsitzende des Fördervereins, Karl-Rainer Bräuning, allen Helfern und der neuen künstlerischen Leiterin sowie dem jungen Bariton Georg Rupprecht aus Sargenzell, der gemeinsam mit Pierre van Endert am Klavier für die musikalische Umrahmung gesorgt hatte. Rupprecht, der in diesem Jahr Bundessieger im Wettbewerb „Jugend musiziert“ wurde, bereicherte den Abend mit einer Auswahl an Gospels und geistlichen Liedern der amerikanischen Musikliteratur des 20. Jahrhunderts.

nach oben