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Aktuelles aus Hünfeld

Aus Modelllprojekt wurde Erfolgsmodell

Hünfeld. Es war vor 10 Jahren, als das Fachpflegeheim Neuro-Care für Schädel-Hirn-Verletzte in Hünfeld eröffnet wurde, ein unternehmerisches Wagnis. Es hat sich aber als Erfolgsmodell etabliert. Mit einer Feierstunde konnte die Unternehmensgruppe jetzt auf das 10-jährige Bestehen der Einrichtung im Hünfelder Bürgerpark zurückblicken.

Oliver Kropp von der Inhaberfamilie freute sich dazu zahlreiche Ehrengäste, aber auch Bewohner, Angehörige und viele Mitarbeiter willkommen heißen zu können, die teilweise schon von Anfang an dabei sind. Das Ziel der Einrichtung war von Anfang an gewesen, die Unterbringung - insbesondere von Wachkoma-Patienten nach Unfällen, Schlaganfällen oder anderen massiven Erkrankungen - im Pflegeheim durch eine neuartige spezialisierte Einrichtung abzulösen. 36 Bewohner zogen nach der Einweihung ein, mittlerweile bietet das Heim 60 Bewohnern Platz, von denen 12 dauerhaft beatmet werden müssen. Im Vordergrund steht neben der intensiven Pflege auch die Förderung und Reaktivierung der Patienten und ihre soziale Integration in Zusammenarbeit mit den Angehörigen. Es sei schön zu sehen, dass es gelungen sei, durch die intensive Pflege auch manchen Patienten die Rückkehr in ihre Familien zu ermöglichen. Der Landtagsabgeordnete Dr. Walter Arnold sprach der Unternehmerfamilie Anerkennung für ihre Weitsicht aus, die damit Maßstäbe in Hessen gesetzt habe. Nicht umsonst sei das Fachpflegeheim gleich zu Anfang zu einem „Ort der Ideen“ im Rahmen der Initiative des damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler geworden. Die Glückwünsche der Kreisgremien überbrachte Kreisbeigeordneter Bernd Eckart. Er wolle nicht verhehlen, dass er private Pflegeeinrichtungen anfangs mit einer Skepsis gesehen habe. Vor allem die Einrichtungen von Familie Kropp hätten ihn aber auch durch eigene Erfahrungen in der Familie überzeugt. Die Pflegeeinrichtungen, aber auch gerade das Neuro-Care Fachpflegezentrum, hätten dazu beigetragen, dass auch andere Einrichtungen in der Region in den letzten Jahren besser geworden seien.

Hünfelds Bürgermeister Stefan Schwenk sprach von einer Einrichtung in einem attraktiven Gebäude mit exponierter Lage unmittelbar am Bürgerpark. Auch wenn viele Hünfelder sicher nicht wüssten, was in diesem Gebäude geschehe, habe es eine große Versorgungslücke für die ganze Region und weit darüber hinaus geschlossen. Die damalige Idee habe sich mehr als bestätigt, wie die Pläne des Unternehmens zeigten. Er wertete Neuo-Care auch als ein positives Zeichen für die Gesellschaft, deren Humanität gerade daran deutlich werde, wie sie mit solch besonders pflegebedürftigen Menschen umgehe. Unternehmerischen Mut bescheinigte auch der Stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer, Hermann Vogt, der Inhaberfamilie Kropp, die seit 1991 in mittlerweile sieben Einrichtungen mit 1.100 Beschäftigten ein für die Region sehr wichtiges Unternehmen aufgebaut habe. Die Mediana-Gruppe sei beispielgebend für das wirtschaftliche Rückgrat der ganzen Region, das durch den Mittelstand geprägt werde.
Alt- und Ehrenbürgermeister Dr. Eberhard Fennel warf in einem Grußwort einen Blick auf die Anfänge zurück. Schon 2001 seien erste Gespräche geführt worden. Damals habe die Familie Kropp noch das ehemalige Ärztehaus als Standort für diese Fachpflegeeinrichtung ins Auge gefasst. Es habe sich allerdings herausgestellt, dass der Standort viel zu klein sei. In weiteren Verhandlungen mit den zuständigen Behörden, dem Sozialministerium und den Kostenträgern sowie potentiellen Grundstückseigentümern sei dann die Idee entstanden, diese Einrichtung unmittelbar im Bürgerpark zu schaffen, da dieser auch für die therapeutische Arbeit und die Einbeziehung der Angehörigen viele Vorteile biete. Die anfängliche Skepsis mancher Nachbarn sei mittlerweile längst gewichen und die Erweiterungen zeigten, dass damit der richtige Weg beschritten worden sei. Wichtig war aus Sicht von Dr. Fennel auch, das richtige Personal für eine solche besondere Einrichtung zu gewinnen. Das sei mit dem Pflegedienstleiter Robert Schwab ganz sicher gelungen, der dem Haus Seele gegeben habe.
Hohe Anerkennung sprach der Einrichtung auch Ines Bauer vom Verein der Schädel-Hirnpatienten in Not e.V. aus. Das Fachpflegeheim stehe für 10 Jahre vorbildliche Arbeit im Interesse der Betroffenen und Angehörigen. Die Einrichtung habe auch dem Verein viele Impulse geben können.
Nachdenkliche Worte richtete Pfarrer Peter Borta an die Festgäste. Bei seinen Besuchen habe er immer wieder erlebt, dass die Mitarbeiter für die Patienten und die Angehörigen täten was sie könnten. Die Menschen seien aber auch gefordert, den Tod als Teil des Lebens zu akzeptieren.
In seinen Dankesworten betonte Einrichtungsleiter Florian Röhner, dass die Lage und das Gebäude selbst beste Voraussetzungen geschaffen hätten, dieses Konzept zum Erfolg zu führen.

Zu unserem Bild:

Mitarbeiter der ersten Stunde wurden beim 10-jährigen Bestehen des Fachpflegeheimes Neuro-Care durch Willi Kropp und Einrichtungsleiter Florian Röhner (links) ausgezeichnet. Zu ihnen zählt auch Robert Schwab (rechts), der das Konzept des Hauses entwickelt und umgesetzt hat.

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