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Aktuelles aus Hünfeld

Staatssekretär war beeindruckt

Hünfeld. Auf seiner Sommerreise hat Europastaatssekretär Mark Weinmeister Halt beim Partnerschaftsverein Hünfeld gemacht. Im Kegelspielhaus erhielt er Einblicke in die lebendige Arbeit des Vereins. Aber es wurde auch über Schwierigkeiten diskutiert.
Mark Weinmeister zeigte sich durchweg begeistert von den Aktivitäten des Partnerschaftsvereins Hünfeld. „Einen so professionell aufgebauten Partnerschaftsverein habe ich in einer Stadt in der Größenordnung von Hünfeld noch nicht erlebt“, sagte er beeindruckt und fügte hinzu: „Ich ziehe meinen Hut.“ Die Arbeit, die in den Partnerschaftsvereinen geleistet werde, sei immens wichtig. „Wir werden Europa nur zusammenkriegen, wenn wir die Menschen zusammenkriegen.“ Bürgermeister Stefan Schwenk, kommissarischer Vorsitzender des Partnerschaftsvereins Hünfeld, freute sich über das Lob und erklärte: „Die Verwaltung arbeitet eng mit dem Partnerschaftsverein zusammen.“
Arthur Hahn, stellvertretender Vorsitzender und Leiter der Arbeitsgruppe Landerneau, skizzierte die 50-jährige Geschichte des Partnerschaftsvereins. 1967 gab es erste Begegnungen zwischen Hünfeld und Landerneau. Ein Jahr später wurde die Partnerschaft begründet und der Verein ins Leben gerufen. Der Partnerschaftsverein pflegt intensive Freundschaften, nicht nur mit Landerneau (Frankreich), sondern auch mit Proskau (Polen) und Steinberg im Vogtland.
Eine besondere Ehre sei die Verleihung des Europapreises an Hünfeld und Landerneau im Jahr 2011 gewesen, betonte Hahn. Zudem schilderte er viele bewegende Momente innerhalb der 50-jährigen Freundschaft, die in den Feierlichkeiten im Mai in Hünfeld gipfelten.
Heinrich Peter Schreiner, Leiter der Arbeitsgruppe Proskau, berichtete über die lebendige Partnerschaft zu Proskau, die seit 21 Jahren besteht. Berthold Quell, Leiter der Arbeitsgruppe Steinberg, sprach über die Besonderheiten dieser Partnerschaft, die vor 27 Jahren begründet wurde. Geschäftsführer Marco Rübsam hob hervor, dass es regelmäßig trilaterale Begegnungen im Partnerschaftsverein gebe – zwischen Hünfeld, Landerneau und Poskau.
Auch Probleme wurden bei dem Termin erörtet. Dabei ging es unter anderem um die Barrieren bei der Antragsstellung für Fördermittel, die im Ehrenamt kaum zu bewältigen seien. Weitere Themen waren die Überalterung des Vereins und die Problematik einer ehrenamtlichen Vorstandsbildung.
Anneli Hohmann, Assistentin im Partnerschaftsverein, berichtete von der Möglichkeit, dass Jugendliche aus Proskau und Landerneau Praktika in Hünfeld machen können und umgekehrt. Allerdings sei es immer schwieriger, Jugendliche dafür zu begeistern. Viele Jugendliche reisten heute lieber nach Australien oder Neuseeland, als ins nahe Frankreich oder Polen zu fahren, bestätigte auch Weinmeister. „Die Entfernungen sind dank günstiger Flüge geringer geworden“, erklärte der Staatssekretär. Außerdem würden viele Jugendliche Hotels bevorzugen, anstatt in Gastfamilien unterzukommen. Dabei sei es so wichtig, den Kontakt zu den Menschen vor Ort haben. „Der Sinn von Partnerschaften ist es nicht, dass der eine Bürgermeister den anderen besucht. Wir müssen die Menschen zusammenbringen“, betonte er. Weinmeister war gemeinsam mit Irina Sperling, Mitarbeiterin der Europaabteilung, nach Hünfeld gereist, die über das „Europanetzwerk Hessen“ informierte. Zum Abschluss gab es vom Staatssekretär für Hünfeld nochmal ein dickes Lob: „Wenn alle Partnerschaftsvereine so arbeiten würden wie Sie, hätten wir keine Probleme.“

Zum Bild: Beim Besuch des Staatssekretärs (von links): Heinrich Peter Schreiner, Berthold Quell, Mark Weinmeister, Irina Sperling, Stefan Schwenk, Arthur Hahn, Anneli Hohmann und Marco Rübsam.

 

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