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Aktuelles aus Hünfeld

Treue zum Glauben

 

Hünfeld. Seit 1453 ziehen die Gläubigen in Hünfeld jedes Jahr zur traditionellen Brandprozession von der St. Jakobus Kirche zum Rathaus. Pater Simon, der im Rahmen einer Andacht auf dem Rathausplatz vor rund 250 Gläubigen sprach, wertete dies als ein besonderes Beispiel der Treue zum Glauben.

Heute verfüge die Gesellschaft über viele gut ausgebildete ehrenamtliche Feuerwehrleute mit gutem technischen Gerät, deshalb seien solche verheerenden Brandkatastrophen, die eine ganze Stadt in Schutt und Aschen legten, weniger wahrscheinlich. Dennoch seien auch heute Menschen Naturkatastrophen ausgeliefert. Es bestünden aber andere Gefahren durch „Brände im Leben“, Hektik und Stress seien ein solcher Brand, sagte der Pater, der oft die Begegnung mit anderen Menschen und das Leben in der Familie zu kurz kommen lasse. In Zügen oder Bussen suchten Menschen nicht mehr das Gespräch mit anderen, sondern vertieften sich in elektronische Kommunikationsmedien. Viele würden sich in der ganzen Welt auskennen, doch hätten keinen Kontakt zu dem Nachbarn, der Tür an Tür wohne. Es gibt nach den Worten des Paters auch einen Brand der Glaubenskrise. Kirchen verlören zunehmend ihren Platz im Leben der Menschen. Wenn Eltern den Glauben nicht mehr an die Kinder weitergäben, rüttele dies an den Fundamenten auch der Familien. Er rief die Gläubigen dazu auf, den liebenden Gott in das Leben einzulassen, in die Stadt Hünfeld einzulassen, dann würden die Menschen vor größerem Schaden bewahrt bleiben, so wie es in dem Gelöbnis der Hünfelder Bürger heiße, die nach dem verheerenden Großbrand von 1450 versprochen hätten, in jedem Jahr eine Brandprozession abzuhalten. Seit 1453 werde diese Tradition ununterbrochen gepflegt. Zu den Klängen der Stadtkapelle zogen die Gläubigen durch die nur mit Teelichtern und Kerzen illuminierte Innenstadt. Vom Rathausplatz ging es dann zurück in die St. Jakobus Kirche.

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