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Aktuelles aus Hünfeld

Kindergärten sechs Stunden beitragsfrei

Hünfeld. Die Beitragsfreiheit für den Kindergartenbesuch in Hünfeld für einen Betreuungszeitraum von sechs Stunden soll ab 1. August umgesetzt werden. Die Stadtverordnetenversammlung stimmte einmütig einer Regelung zu, nach der der Magistrat einen entsprechenden Antrag an das Land Hessen stellen kann.

Nach der gesetzlichen Regelung, die das Land Hessen getroffen hatte, erhalten Städte und Gemeinden, die an dieser Beitragsfreistellung teilnehmen, eine Erstattung von 1.627,20 Euro pro Kind und Jahr. Diese Erstattung erhöht sich ab dem Jahr 2020 jährlich um zwei Prozent. Voraussetzung ist allerdings, dass die Städte und Gemeinden einen Antrag an das Land stellen.

Wie Bürgermeister Stefan Schwenk in der Stadtverordnetenversammlung berichtete, waren für diese Neuregelung umfangreiche Gespräche mit den Trägern der Hünfelder Einrichtungen und den Kindergartenleiterinnen geführt worden. Die Stadt setzt selbst keine Kindergartenbeiträge fest, da sie nicht über einen kommunalen Kindergarten verfügt. Die Beitragsstaffelung wird allerdings im Rahmen des Hünfelder Kindererziehungs- und Betreuungsverbunds St. Elisabeth abgestimmt.
Das neue Modell sieht vor, dass alle Hünfelder Kindergärten, die Kinder über drei Jahren aufnehmen, bereits ab 7 Uhr morgens öffnen. Der Besuch des Kindergartens bis 12:30 Uhr wird für die Eltern komplett beitragsfrei gestellt. Dies sind fünfeinhalb Stunden. Wollen die Eltern die vollen sechs Stunden nutzen, können sie den sogenannten Mittagstarif bis 14 Uhr buchen. Dessen Beiträge ermäßigen sich von bislang 40 auf 25 Euro. Damit wird der Freistellung für insgesamt sechs Stunden finanziell Rechnung getragen. Wer sein Kind auf nachmittags bis 16:30 Uhr betreuen lassen will, wird dafür weitere 60 Euro zahlen, so dass eine Ganztagsbetreuung künftig in Hünfeld 85 Euro kosten wird.

Wegen der anderen Konzeption im Natur- und Waldkindergarten in Kirchhasel gibt es dort von 7:30 Uhr bis 13:30 Uhr eine beitragsfreie Vormittagskernzeit. Da diese Einrichtung bereits um 14:30 Uhr schließt, werden Gebühren in Höhe von 30 Euro für die Mittagsbetreuung erhoben.

Wie der Bürgermeister in der Stadtverordnetenversammlung weiter berichtete, hatten sich insbesondere die Kindergartenleiterinnen aus pädagogischen Gründen dafür ausgesprochen, die Vormittagskernzeit nur bis 12:30 Uhr anzubieten, da dann bei den „Ganztagskindern“ das Mittagsessen eingenommen werde. Es sei sicher einem Kind nicht zu vermitteln, dass die einen zum Mittagessen gingen, während die anderen noch eine halbe Stunde bis zur Abholung im Kindergarten bleiben sollten, um die vollen sechs Stunden auszufüllen.

Während die Eltern durch diese Neuregelung stark entlastet werden, geht die Stadt Hünfeld trotz der Erstattung des Landes von erheblichen Mehrkosten aus. Diese resultieren vor allem aus dem höheren Personalbedarf. Insgesamt werden allein beim Status Quo mit rund 175 Fachkraftstunden pro Woche zusätzlich benötigt. Dafür werden allein durch die Stadt zu tragende Mehrkosten von rund 150.000 bis 180.000 Euro entstehen. Außerdem rechnen sowohl die Stadt Hünfeld als auch die Träger der Kindergärten, wie Kirchengemeinden und Trägervereine, damit, dass die Beitragsfreistellung zu einer weiter steigenden Nachfrage - auch nach Ganztagsbetreuung – führen wird, auf die sich Stadt und Träger auch durch bauliche Maßnahmen künftig einzurichten hätten.

 

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