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Aktuelles aus Hünfeld

Schutz vor Starkregenereignissen

Hünfeld. Um sich künftig besser gegen die Folgen von Starkregenereignissen wie in den vergangenen Wochen zu schützen, will der Magistrat in den kommenden beiden Jahren eine umfassende Bestands- und Zustandsanalyse der Außen- und Gewässerbereiche in Auftrag geben. Auf dieser Grundlage soll nach den Worten Bürgermeister Stefan Schwenk über Investitionsmaßnahmen, so z.B. die Schaffung von Retentionsflächen, in Zukunft entschieden werden, die aus seiner Sicht sicher Millionenbeträge erfordern werden.

Wie er bei der jüngsten Stadtverordnetensitzung auf der Grundlage einer Anfrage der CWE-Fraktion bekannt gab, hat die Stadt bei Sofortmaßnahmen in den am stärksten betroffenen Gemarkungen rund 60.000 Euro ausgegeben. Damit wurden die vordringlichsten Schäden an öffentlichen Gräben, Leitungssystemen und Wegen beseitigt. Besonders betroffen waren in den zurückliegenden Wochen die Gemarkungen von Roßbach, Großenbach, Mackenzell und Kirchhasel. Aufgrund der besonderen topographischen Lage mit Tal- und Kessellagen in Verbindung mit einem Bachlauf, der mittig durch den Ort führt, sei auch in Zukunft gerade in diesen Stadtteilen häufiger mit Schäden zu rechnen. Dies treffe auch auf Dammersbach zu. Dort allerdings sei ein Flurbereinigungsverfahren mit einmütiger Zustimmung der Grundstückseigentümer eingeleitet worden, bei dem der präventive Hochwasserschutz an vorderster Stelle stehe. Dort, wo aus den Gemarkungen ankommendes Oberflächenwasser durch die Kessellage nicht um die Ortslagen herumgeleitet werden könne, müsse, wie in Dammersbach, über Rückhaltebecken nachgedacht werden, um bei Starkregen den Abfluss drosseln und steuern zu können, damit die bebauten Ortslagen nicht in Mitleidenschaft gezogen würden. Für Dammersbach seien Erdbecken und Retentionsflächen vorgesehen, durch die ein langsamer und kontrollierter Abfluss gewährleistet werden solle. Die Investitionskosten allein für die Gemarkung Dammersbach würden allerdings mit mehr als einer halben Million Euro eingeschätzt. Daran werde deutlich, dass ein wirksamer Schutz in Zukunft vielen Millionen Euro kosten werde, um auch in anderen Gemarkungen vergleichbare Präventionsmaßnahmen zu schaffen, betonte der Bürgermeister.

In Dammersbach könnten diese Vorhaben innerhalb der Flurbereinigung mit vorgeschaltetem Silek-Verfahren mit einer Förderquote von bis zu 80 Prozent aus staatlichen Mitteln finanziert werden. Gegenwärtig liefen in Hünfeld vier Flurbereinigungsverfahren parallel, deshalb könne auch nicht davon ausgegangen werden, dass in allen Gemarkungen das Problem gleichermaßen innerhalb der Flurbereinigung angegangen werden könne. In Roßbach werde gegenwärtig ein Pilotprojekt mit Hilfe von Studierenden durchgeführt, bei dem im Rahmen einer Prüfungsarbeit in Abstimmung mit der Stadtverwaltung die Gemarkung von Roßbach vor diesem Hintergrund untersucht werde. Auch die dabei erhobenen Daten könnten dann in eine Gesamtanalyse für das Stadtgebiet übernommen werden, kündigt der Bürgermeister an. Diese Analyse solle in den Jahren 2019 und 2020 erstellt werden und werde sicher ein sechsstelligen Finanzvolumen erfordern.

Weiterhin wirkt Hünfeld seit dem vergangenen Jahr an der Landesinitiative „KLIMPRAX-Starkregen“ mit. Innerhalb einer Fachtagung wurde die Flurbereinigung in Dammersbach bereits als Modellprojekt vorgestellt.

Neben baulichen Arbeiten solle auch ein verstärktes „Vorsorgesystem etabliert werden, mit derI dentifizierung und Katalogisierung von Risikobereichen in Gefahrenkarten, der noch intensiveren Berücksichtigung dieses Themas in der Bauleitplanung sowie eine verstärkte Beratung und Information für betroffene Grundstückseigentümer in den Risikobereichen. Schließlich müsse auch die in Einzelfällen auftretende Problematik überackerter Gräben konsequent angegangen werden.

Auch wenn all diese Maßnahmen umgesetzt und die städtischen Entwässerungssysteme optimiert würden, werde auch das keinen absoluten Schutz vor Hochwasser und Starkregen gewährleisten können. „Die letzte Sicherheit wird es nicht geben können“, betonte der Bürgermeister abschließend.

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