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Aktuelles aus Hünfeld

Freidenker mit Bodenhaftung

Hünfeld. Landschaften sind Peter Langs Leidenschaft – das wurde auch bei der Vernissage am Sonntag im Museum Modern Art in Hünfeld deutlich. Der Künstler aus der Oberpfalz begeisterte die Besucher mit seiner lockeren Art und seinen beeindruckenden Gemälden, Zeichnungen und Installationen. Es war eine rundum gelungene Ausstellungseröffnung innerhalb des Kultursommers Main-Kinzig-Fulda – und für Hünfeld und das Museum gab es vom Künstler jede Menge Lob.

Kurator Günter Liebau bezeichnete Peter Lang als „Freidenker mit eigenem Kopf und Bodenhaftung – ein wahres künstlerisches Kraftpaket“. Er verstehe es, mit seinen Kunstwerken Einblicke in die Tiefen und Weiten eines Naturraumes zu geben, in dem noch Stille und Schönheit herrsche.

Um das als Künstler in sich aufzunehmen, zieht es Peter Lang mit seinem mobilen Container-Atelier an abgelegene Orte. Er lebte in Chile, Island und Österreich. Der große Container mit Vorzelt ermöglicht es ihm, in der Natur zu leben und künstlerisch frei von allem zu arbeiten. „Wiesen, Wälder, Küsten, Berge und Täler sind seine Begleiter, meist weit entfernt von Straßen, Häusern, künstlichem Licht und Zivilisation“, verdeutlichte Liebau.

Peter Lang hat für seine Werke eine eigene Technik entwickelt. Er grundiert die Leinwand und legt eine diffuse farbige Grundstimmung an. Auf diese noch „herkömmliche“ Landschaft wird ein Bindemittel aufgetragen und dann eine mit Pigmenten behaftete Schlagschnur immer wieder horizontal über das Bild gespannt. „Peter Langs Naturbilder sind ein Spiegel der Balance von emotionaler Stimmung und streng gestalteter Konstruktion“, sagte Liebau.

Bürgermeister Stefan Schwenk, gleichzeitig Vorsitzender des Stiftungsbeirates, erinnerte in seinem Grußwort an den Auftakt des Kultursommers Main-Kinzig-Fulda, der im vergangenen Jahr im Museum Modern Art in Hünfeld stattfand. In diesem Jahr sei es den Kuratoren Günter und Peter Liebau wieder gelungen, einen ganz herausragenden Künstler für Hünfeld zu gewinnen.

Peter Lang berichtete den Besuchern von seiner Arbeit und dem Leben im Container-Atelier. „Es ist faszinierend, wenn man anfängt zu verstehen“, erklärte der Künstler. Die Landschaft und die Natur prägten die Menschen. „Verstehst du die Landschaft, verstehst du die Menschen“, machte der deutlich. Lob gab es für Hünfeld: Die konkrete Kunst an den Hauswänden, das Offene Buch, bezeichnete Lang als außergewöhnlich: „Das ist coole Understatement-Kultur.“ Auch die Sammlung des Museums habe ihn „baff“ gemacht, genauso wie der Künstlerturm. „Macht´s weiter so. Das ist Kultur auf hohem Niveau“, konstatierte er.

Im Gasometer stelle sich der Künstler anschließend den Fragen von Peter Liebau. Dort warteten auf die Besucher neben weiteren Bildern zwei interessante Installationen aus knapp 400 Holzbalken mit den Titeln „Liebe“ und „Leidenschaft“.

Passend zur Heimat von Peter Lang unterhielt das Duo Hubert Treml (Singer-Songwriter/Gitarre) und Sebastian Wurzer (Saxophon) mit wortwitziger Musik in oberpfälzer Mundart. Für die Gäste gab es weitere Genüsse aus der Oberpfalz: Fassbier, Schwarzschinken, Holzofenbrot und Schnittlauchstullen.

 
Peter Lang wurde am 7. September 1965 in Holzkirchen (Oberbayern) geboren. Er studierte freie Malerei und Grafik an der Akademie der Bildenden Künste in München. Seit 1993 arbeitet er freischaffend. Er lebt in der Oberpfalz. Lang hat seit den 90er Jahren zahlreiche Ausstellungen in renommierten Galerien und Museum in In- und Ausland. Mit seinem mobilen Container-Atelier reist er seit 2010. Unter anderem war er in Chile, Island und Österreich.

Die Ausstellung ist noch bis Sonntag, 7. Oktober, im Museum Modern Art in Hünfeld zu sehen.

 

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