Navigation

Aktuelles aus Hünfeld

Strom für 1500 Haushalte

Hünfeld-Kirchhasel. Sie versorgt rund 1.500 Haushalte mit Strom und verarbeitet dazu rund 6.000 Tonnen Gülle und Stallmist und 10.000 Tonnen Mais- und Grassilage sowie Ganzpflanzensilage aus Getreide. Das 10-jährige Bestehen wurde mit einem „Tag der offenen Tür“ begangen, zu dem die Geschäftsführer der Bioenergie „Fuldaer Land“ GmbH, Dr. Helmut Kimpel-Freund und Bernhard Biedenbach, zahlreiche Gäste, darunter Geschäftspartner und Landwirte, begrüßten.

Der Geschäftsführer Dr. Kimpel-Freund, zugleich Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes Fuldaer Land, sprach von spannenden zehn Jahren, die für Gesellschafter, Lieferanten und die Unternehmensführung eine große Herausforderung gewesen seien. Er ging auf die Vorgeschichte und die lange Standortsuche für diese große Biogasanlage ein, die nach verschiedenen vergeblichen Versuchen, unter anderem in Rodges, schließlich in Kirchhasel einen geeigneten Standort gefunden hatte. Kimpel-Freund dankte den Gremien der Stadt Hünfeld, die das Vorhaben nicht nur planungsrechtlich unterstützt, sondern auch durch ihre Stadtwerke als Gesellschafter die Gründung mitgefördert hätten. Die Gründung fiel in eine Zeit, als die Getreidepreise am Boden lagen und viele Landwirte nach Alternativen suchten, angesichts schwindender Tierhaltung in der Region auch die Fruchtfolge auf den Äckern sicherzustellen. Schließlich sei es gelungen, mit der Anlage neue Potentiale für die Landwirtschaft zu finden. Das habe allerdings Ausdauer und Kraft gekostet. Am 24. April 2008 konnte die mit einem „sehr großen Invest“ erstellte Anlage dann endlich in Betrieb gehen. Seit dieser Zeit hätten einige Schwierigkeiten im Betrieb überwunden werden müssen, unter anderem wurde 2011 in die Wärmeverwertung durch die Trocknung von Gärresten investiert, was das Transportvolumen wesentlich verringert habe. Gegenwärtig strebe die Gesellschaft an, ein zweites Blockheizkraftwerk zu nutzen, um noch flexibler auf den Strombedarf im Netz reagieren zu können. Auch die Gülleeinlagerung soll erweitert werden, um den gesetzlichen Anforderungen für die Landwirtschaft bei der Güllelagerung Rechnung zu tragen. Trotz mancher Schwierigkeiten, die zu bestehen waren, betonte Dr. Kimpel-Freund, sei der Bau und der Betrieb der Anlage eine Erfolgsgeschichte. Es werde nachhaltig Energie aus nachwachsenden Rohstoffen erzeugt und die Abfälle in Form von Gärresten könnten als wertvoller Dünger wieder in der Landwirtschaft verwendet werden. Für die Landwirtschaft in der Region seien damit neue Perspektiven eröffnet worden.

Auch Bürgermeister Stefan Schwenk sprach die Veränderungen in der Landwirtschaft an, die für die Stadt Hünfeld nach wie vor eine hohe Bedeutung habe. Immerhin sei Hünfeld die Kommune mit den meisten noch aktiven Landwirten im gesamten Kreisgebiet. Die Landwirtschaft sei, gerade in den letzten beiden Jahrzehnten, einem starken Strukturwandel ausgesetzt worden, Landwirte seien heute mehr denn je gefordert, Unternehmer zu sein, um den rasanten Veränderungen gerecht zu werden. Er könne sich noch gut an die Skepsis der Anfangsjahre erinnern, sagte Schwenk, nach zehn Jahren dürfe aber festgestellt werden, die Anlage habe sich etabliert und sei wichtig für viele Landwirte in der Region, die hier einen Teil ihres Betriebseinkommens erwirtschaften können. Er sprach sich für einen offenen und konstruktiven Dialog zwischen der Landwirtschaft und den kommunalen Vertretungen aus, denn die Veränderungen der Landwirtschaft hätten auch Auswirkungen beispielsweise auf das Feldwegenetz. Diese Herausforderungen seien nur in einem konstruktiven Dialog lösbar.

Für den Aufsichtsrat dankte Landwirt Martin Krimmel den Geldgebern, den Lieferanten, der Geschäftsführung vor Ort aber auch den Stadtwerken und der Stadt, die diesen Erfolg möglich gemacht hätten. Dem schloss sich auch Geschäftsführer Bernhard Biedenbach an, der seine zwei Mitarbeiter vor Ort und die Mitarbeiter der Stadtwerke Hünfeld ausdrücklich lobte. Die Bioenergie werde durch die Stadtwerke Hünfeld in hervorragender Weise betreut.

 

nach oben