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Aktuelles aus Hünfeld

Europäischer Abend zum Partnerschaftsjubiläum

Hünfeld. Es war ein rundum gelungener Abend. Ein Abend im Zeichen der Städtepartnerschaft. Ein Abend im Zeichen Europas. Ein Abend unter Freunden. Rund 300 Gäste feierten am Samstagabend in der Stadthalle Kolpinghaus gemeinsam die 50-jährige Städtepartnerschaft zwischen Hünfeld und Landerneau. Und sie erlebten den historischen Moment, als Hünfelds Bürgermeister Stefan Schwenk und sein Amtskollege aus Landerneau, Patrick Leclerc, die Verschwisterung beider Städte urkundlich erneuerten.

„50 Jahre sind Landerneau und Hünfeld geschwisterlich miteinander verbunden, mit Respekt und einer großartigen gelebten Freundschaft“, erklärte Bürgermeister Stefan Schwenk und bezeichnete das Jubiläum als „Goldene Hochzeit“. Hünfeld und Landerneau seien nicht nur ein Paar, sondern vielmehr eine Familie.

 „Ich bin der festen Überzeugung, Partnerschaften sind kein Modell von gestern. Partnerschaften sind zukunftsfähig und werden mehr denn je auf unserem Kontinent gebraucht“, machte Schwenk deutlich und fügte hinzu: „Wir müssen Acht geben, dass das Fundament Europas, die deutsch-französischen Beziehungen, nicht vom Populismus und nationalistischen Bewegungen unterhöhlt wird.

 „Wir sind Deutsche und Franzosen, wir sind aber auch Bürger von Europa. Unsere Vielfältigkeit ist kein Zeichen von Schwäche, sie macht uns stark, weil wir uns wunderbar ergänzen.“ In 50 Jahren seien viele bewegende Momente entstanden. Als besonderes Erlebnis hob Schwenk die Verleihung des Europapreises im Jahr 2011 hervor. Jetzt gelte es, Europa fortzuentwickeln.

Patrick Leclerc bezeichnete das Jubiläum als historischen Moment für beide Städte. „Das Band der Freundschaft zwischen unseren beiden Städten ist ein kostbares Gut, das wir heute bewahren und stärken müssen.“ Es liege an uns als europäische Bürger, die Zukunft künftiger Generationen zu erhalten und ihnen die Grundlage der europäischen Grundwerte, der Würde, der Freiheit, der Gleichheit, der Solidarität des bürgerlichen Engagements und der Gerechtigkeit zu vermitteln. „Lang lebe unsere Partnerschaft, lang lebe unsere Freundschaft“, betonte Leclerc.

Auch Róża Malik, Bürgermeisterin aus Hünfelds Partnerstadt Proskau, war eigens zum Jubiläum angereist und gratulierte. „Die heutige Feier soll ein Aufruf für den Frieden in der ganzen Welt, für Solidarität und Offenheit sein“, unterstrich sie. 50 Jahre der Partnerschaft seien wahrlich ein Grund zur Dankbarkeit, erklärte Bürgermeister Andreas Gruner aus Hünfelds Partnerstadt Steinberg im Vogtland. „Es bedarf immer Menschen, um Partnerschaften mit Leben zu füllen. Menschen, die für die Partnerschaft brennen und das Feuer in anderen entfachen“, sagte Gruner.

Mit den neuen Partnerschaftsurkunden unterzeichneten Schwenk und Leclerc, dass sie die hohe Verpflichtung ihrer Vorgänger aus dem Jahr 1968 erneuern. Unter anderem steht in der Urkunde:Gemeinsam mit den Einwohnern unserer beiden Städte geloben wir gegenseitig, alle erforderlichen Anstrengungen und insbesondere unser persönliches Engagement aufzubringen, um Verständnis und Freundschaft zwischen dem deutschen und dem französischen Volk zu fördern, und so zur Weiterentwicklung des vereinten Europas, fern von jedem Nationalismus, und zur Schaffung und Aufrechterhaltung des Weltfriedens beizutragen.

Während des Programms stellte Arthur Hahn, stellvertretender Vorsitzender des Partnerschaftsvereins Hünfeld, die Chronik vor, die anlässlich des Jubiläums erstellt wurde. 50 Seiten umfasst die Broschüre, die am Samstagabend an die Gäste verteilt wurde. Durch das Programm führte Ehrenstadtverordnetenvorsteher Kurt Schramm. Das Kammerorchester Hünfeld unter der Leitung von Thomas Nüdling umrahmte den europäischen Abend. Feierlich eröffneten die Musiker den Abend mit der Europahymne. Zum Abschluss erhoben sich die Gäste im Saal, als die Nationalhymnen von Frankreich und Deutschland gespielt wurden.

Nach dem gemeinsamen Abendessen startete das Kulturprogramm mit Beiträgen aus Polen, Frankreich und Deutschland. Róża Malik hatte als Geschenk das Jugendorchester Kaprys mitgebracht. Die polnischen Musiker brachten mit ihren fetzigen Liedern jede Menge Stimmung in die Stadthalle Kolpinghaus. Die Elferratsgarde der Hünfelder Karnevalsgesellschaft präsentierte einen wunderbaren Tanz.

Einen spontanen Auftritt gab es von Wolfgang Burkardt. Mit seiner Gitarre und gesanglicher Unterstützer aus Landerneau und Hünfeld sang er deutsche und französische Lieder und erinnerte damit an vergangene Fahrten in die Bretagne. Das Blasorchester Bl-O-W der Hünfelder Wigbertschule begeisterte anschließend unter der Leitung von Martin Genßler. Zum Abschluss traten die Folklorengruppen Eskell und Bagad aus Landerneau in ihren Trachten und mit Dudelsäcken und Flöten auf. Zu Beginn des Abends grüßten sie die Gäste bereits vor der Stadthalle.

 St.-Ulrich-Plakette

 Drei Persönlichkeiten aus Landerneau haben als Ehrengeschenk die St.-Ulrich-Plakette von Bürgermeister Stefan Schwenk verliehen bekommen: Pierre Pouchous, Vizepräsident des Partnerschaftsvereins aus Landerneau, Stadträtin Elisabeth Omnès und Stadtrat Michel Riou. „Die 50 Jahre währende tiefe Freundschaft zwischen Landerneau und Hünfeld wäre nicht möglich gewesen, hätte es nicht immer wieder Persönlichkeiten gegeben, die sich in ganz herausragender Weise der Pflege der Kontakte angenommen haben“, sagte Schwenk. Pierre Pouchous, Elisabeth Omnès und Michel Riou setzten sich mit großer Leidenschaft für die Idee der Partnerschaft  ein.

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