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Aktuelles aus Hünfeld

Gedankenaustausch zur Integration

Hünfeld. Das Thema Flucht und Integration hat eine europäische Dimension. Das ist bei einer Begegnung von Kommunalpolitikern aus Landerneau innerhalb der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft Hünfeld und Landerneau in der Hünfelder Flüchtlingsunterkunft deutlich geworden.

Gemeinsam mit Hünfelds Bürgermeister Stefan Schwenk und Stadträtin Martina Sauerbier hatten sich die Stadträte aus Landerneau Elisabeth Omnès und Michel Riou sowie der Vizepräsident des Partnerschaftsvereins aus Landerneau, Pierre Pouchous, in der Hünfelder Flüchtlingsunterkunft zu einem Gespräch mit ehrenamtlichen Helfern und Geflüchteten getroffen. Die französischen Gäste zeigten sich sehr interessiert, wie in Hünfeld die Aufnahme von Geflüchteten und vor allem deren Integration organisiert wird.

Dabei machte der Präsident des DRK Kreisverbandes Hünfeld, Dr. Eberhard Fennel, deutlich, dass diese große Herausforderung nur mit Unterstützung der Ehrenamtlichen geleistet werden könne. Auf Fragen der französischen Gäste berichtete Bürgermeister Stefan Schwenk, dass die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften und die Sozialarbeit originäre Aufgabe des Landkreises sei, gleichwohl engagiere sich auch die Stadt Hünfeld in diesem Bereich, unterstütze die ehrenamtlichen Helfer und habe sich auch finanziell engagiert - beispielsweise bei der Reaktivierung von Wohnraum im Bereich der Großenbacher Straße.

Das DRK betreibt in Hünfeld mit der neu gebauten Unterkunft eine Einrichtung, die auf Dauer fortgeführt werden solle, während angesichts insgesamt zurückgehender Zahlen bei den Geflüchteten viele andere Einrichtungen aufgegeben werden. Das DRK könne dabei auf einen großen Erfahrungsschatz insbesondere aus den 90er Jahren zurückgreifen, als während der Kosovo- und Afghanistankrise vergleichbar hohe Flüchtlingszahlen zu verzeichnen waren. Insgesamt sind beim DRK und anderen Betreibern in Hünfeld derzeit 250 Flüchtlinge untergebracht.

Für eine gelingende Integration sei es aber auch wichtig, die Neubürger bei ihrem weiteren Weg zu begleiten. Dies machten Rüdiger Hoppe, zuständiger Mitarbeiter für Gemeinwesenarbeit beim DRK und gleichzeitig Vorstandsmitglied des Vereins Pro Integration sowie dessen Vorsitzender Willi Petermann deutlich. Es sei angesichts der langen Dauer dieser Aufgabe auch eine gewisse „Ermüdung“ bei manchem Ehrenamtlichen spürbar, dennoch sei es wichtig, dass die ehrenamtlichen Helfer den Rückhalt der Stadt Hünfeld, des DRK und der Sozialbehörden hätten.

In der Gesprächsrunde standen auch drei Flüchtlinge, zwei Syrer und ein Afghane, den Fragen der französischen Gäste Rede und Antwort. Zwei stehen vor einer Ausbildung im Handwerk, ein Dritter besucht die Fachoberschule und absolviert gegenwärtig ein Praktikum beim DRK, wo er in der Flüchtlingshilfe tätig ist.

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