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Aktuelles aus Hünfeld

Carsten Höfer begeisterte im Lokschuppen

Hünfeld. Es war ein überaus kurzweiliges Programm, mit dem Kabarettist Carsten Höfer das Publikum im voll besetzten Lokschuppen begeisterte. Als „Frauenversteher“ machte der Sprachwissenschaftler auf amüsante Weise die Probleme in der Kommunikation zwischen Mann und Frau deutlich – und wohl jeder erkannte sich an diesem Abend wieder.

Überschrieben war der Abend als Kabarett für alle, die entweder ein Mann oder eine Frau sind. Und so gab es auch für alle im Publikum etwas zum Lachen. Zum Beispiel als Carsten Höfer anschaulich die Biernebenhöhle des Mannes erklärte. Denn diese hat eine direkte Verbindung zum Sprachzentrum der Männer. „Wenn die Biernebenhöhle nicht ausreichend gefüllt ist, wird das Sprachzentrum nicht aktiviert“, verdeutlichte der 49-Jährige, der seit mehr als 20 Jahren auf der Bühne steht.

Kommunikation zwischen Frauen verläuft ganz anders. Frauen haben keine Biernebenhöhle. Denn Frauen sind ein „Sich-Selbst-Aktivierendes-System“. Frauen sind Multitasking – im Gegensatz zu Männern. Bei denen Herren lautet das Motto: „Immer der Reihe nach.“ Beispiel: Fernsehen. „Wenn ein Mann Fernsehen schaut, dann schaut er Fernsehen“, sagte Höfer. Eine Frau hingegen blättert beim Fernsehgucken zeitgleich in einer Illustrierten, schreibt WhatsApp-Nachrichten, telefoniert mit ihrer Freundin und unterhält sich mit ihrem Mann. „Es geht hin und her und kreuz und quer. Aber durcheinander? Nein, nein. Bei Frauen ist da ein System dahinter“, betonte Höfer, der zudem als Moderator, Vortragsredner und Buchautor tätig ist.

Aufgrund der geschlechterspezifischen Unterschiede entstehen leicht Probleme, wenn Mann und Frau miteinander kommunizieren. Deshalb gab Höfer den Zuschauern, vor allem den Frauen, handfeste Tipps mit nach Hause. Wenn Frau mit Mann reden möchte, sollte sie einige Dinge beherzigen: 1. Stell ihm ein Bier hin. 2. Melde das Gespräch an. 3. Stelle das Thema des Gesprächs vor. Und schon steht einer geglückten Kommunikation nichts mehr im Wege.

Apropos geglückt: Als großes Glück empfinden es Paare in der Regel, wenn sie Eltern werden. „Kinder sind doch etwas Wunderbares“, hielt der zweifache Vater fest. Aber: Das Kinderkriegen solle wohl überlegt sein. „Kinder kosten Geld“, sagte Höfer und ergänzte augenzwinkernd: „Nur nicht in der Anschaffung. Aber seien wir mal ehrlich: Was so viel Spaß macht und nichts kostet, da ist doch ein Haken dran.“ Sogar die Lieferung sei kostenlos. Aber dann summieren sich die Kosten. Im Durchschnitt kostet ein Kind 200.000 Euro, rechnete der 49-Jährige vor. Daher seien Kinder mehr denn je Statussymbole.

Werdenden Eltern gab er mit auf den Weg: „Das erste Jahr ist brutal. Die Babys sind in der Vollpflegephase und helfen keinen Schlag im Haushalt mit.“ Und den Zuschauern, die bereits Eltern sind, schilderte er anschaulich Situationen, die wohl ihnen allen bekannt sind: vom pantomimischen Mitfüttern bis hin zum nächtlichen Rausschleichen aus dem Kinderzimmer des schlafenden Babys.

Die Zuschauer haben sich bei dem „Ersatz-Rathausabend“ im Lokschuppen köstlich amüsiert. Carsten Höfer hat gehalten, was er versprochen hat: Gentleman-Kabarett mit intelligenter und unaufgeregter Unterhaltung, die auf gängige Klischees und Humor unterhalb der Gürtellinie verzichtet.

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