Navigation

Aktuelles aus Hünfeld

Bewahren und erneuern

Hünfeld. Einen Rückblick auf das vergangene Jahr, aber auch Perspektiven für die Zukunft standen im Mittelpunkt des diesjährigen Neujahrsempfangs der katholischen Kirchengemeinden St. Jakobus, St. Ulrich, St. Maria Immaculata Sargenzell und Rückers im Hünfelder Pfarrheim St. Ulrich. Dabei forderte der stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende der Ulrich-Gemeinde, Hans-Peter Wiegand, die in diesem Jahr Gastgeber war, dass Kirche auch in schwierigen Zeiten sichtbar bleiben müsse, damit Religion in Freiheit gelebt werden könne.

Das Jahr 2017 war aus seiner Sicht geprägt insbesondere durch das 500-jährige Jubiläum der Hünfelder St. Jakobuskirche. Den Gläubigen sei ein außerordentlich vielfältiges Programm geboten worden, das mit viel Liebe zusammengestellt worden sei, betonte der Sprecher des Verwaltungsrates. Gemeinsam mit den evangelischen Mitchristen sei aber auch das 500-jährige Reformationsjubiläum begangen worden. Der Hünfelder Kindergarten St. Ulrich habe sein 50-jähriges Bestehen gefeiert und in Sargenzell habe die Kirchengemeinde das 60-jährige Bestehen der Mariengrotte gefeiert. Die Marienfigur sei Dank Spenden aus der Gemeinschaft restauriert worden. Auch die Kirchengemeinde St. Anna in Rückers lebe vom ehrenamtlichen Mittun der Gemeindemitglieder. Wichtig ist aus Sicht von Wiegand, dass künftig die Kirchengemeinden noch mehr zusammenrücken. Ein schönes Beispiel sei die Jakobuswallfahrt von Geisa nach Hünfeld im vergangenen Jahr gewesen mit dem besonderen Gottesdienst auf den Gehilfersberg. Trotz Kirchenaustritten und anderen schwierigen Rahmenbedingungen gelte es auch für die Zukunft, Christus für die Menschen im Alltag erfahrbar zu machen. Dazu seien alle Gemeindemitglieder aufgefordert, kirchliches Leben mitzugestalten, forderte Wiegand. Traditionen zu bewahren sei zwar gut, es bedürfe aber auch neuer Wege, um eine ungewisse Zukunft erfolgreich meistern zu können. Die vielen Ehrenamtlichen, die in der Kirche mitwirkten, sollten dabei Hoffnung geben, betonte Wiegand. Auch Erster Stadtrat Stefan Schubert, der bei diesem Neujahrsempfang in Vertretung von Bürgermeister Stefan Schwenk seinen ersten öffentlichen Auftritt hatte, nutzte die Gelegenheit, den zahllosen Ehrenamtlichen in den Kirchengemeinden und den kirchlichen Verbänden seine Wertschätzung und seinen Dank auszusprechen. In einer sehr nachdenklichen Rede mahnte Schubert eine Wertediskussion an, die in der Gesellschaft sicher dringend gebraucht werde. Dabei sei nicht nur die Politik, sondern auch die Kirchen gefordert, deutlich ihre Stimme zu erheben. Wichtig aus Sicht des Ersten Stadtrates sei es, dass städtisches Leben, öffentliches Leben und kirchliches Leben gemeinsam erfahrbar blieben. Deshalb sei es viel mehr als eine Pflichtübung, dass in Hünfeld noch Feuerwehrfahrzeuge oder öffentliche Gebäude stets auch mit der Bitte um kirchlichen Segen übergeben würden. Wichtig aus seiner Sicht ist es auch, dass die Partnerschaft bei den Kindergärten fortgeführt wird. Dort habe die Kirche die Chance, junge Familien, Kinder und Eltern zu erreichen.

Pfarrer Peter Borta und Kaplan Pater Simon bewerteten die große Zahl an Aktiven in den Kirchengemeinden als ermutigendes Zeichen. Dennoch sei es wichtig, dass auch die Kirche sich Herausforderungen und Veränderungen in der Zukunft stelle, betonte Pater Simon. Ermutigend für ihn war im vergangenen Jahr vor allem die große Zahl an Firmlingen. 50 Kinder und Jugendliche hätten das Firmsakrament erhalten. Die Gemeinden sollten sich von Kirchenaustritten nicht entmutigen lassen. Auch wenn die Kirche von ihrem Glanz verloren habe, gelte es, zusammenzurücken, zu erneuern und Kirche wieder attraktiv zu machen, sagte Pater Simon. Musikalisch umrahmt wurde der Neujahrsempfang durch das Vokalensemble St. Benedikt unter Leitung von Regionalkantor Christopher Löbens. Viel Applaus erhielt dabei als Solist Georg Rupprecht, der ein vertontes Gedicht Goethes über die heiligen drei Könige ausdrucksstark sang.

nach oben