Aktuelles aus Hünfeld

Das Neujahrlied zum Jahresabschluss

Gut gefüllt war der Rathausplatz zum Abschluss des Jahres 2017. Bürgermeister Stefan Schwenk machte in seiner Ansprache deutlich, welche großen Herausforderungen im neuen Jahr anstehen. Traditionell wurde das Neujahrslied vom Kirchenchor St. Jakobus, dem Männergesangverein Hünfeld, dem Gesangverein Mackenzell mit Sing-A-Pur, dem Gesangverein Nüst und von Mitgliedern des Ökumenischen Singkreises gesungen. Die Gesamtleitung hatte Regionalkantor Christopher Löbens. Zu Beginn stimmte eine Formation der Stadtkapelle und der Dammersbacher Blaskapelle mit drei Liedern auf die Veranstaltung ein. Zum Abschluss sangen alle Sänger und Besucher gemeinsam "Großer Gott wir loben dich".

Die Neujahrsansprache von Bürgermeister Stefan Schwenk im Wortlaut:

„Wir haben viel vor 2018! Rathausumbau, Umzug in das Museum Modern Art und den Bahnhof, Gewerbeansiedlung, Neubaugebiet, Bau eines neuen Kindergartens, einer neuen Stadtbibliothek, Ortsdurchfahrt Nüst, Umbau bei Bürgerhäusern, Hochwasserschutz in Dammersbach und, und, und.

„Große Herausforderungen“ ist ein häufig gebrauchter Ausdruck. Er wird in der Politik gerne verwandt. Aber er hat sich schon ein bisschen verbraucht. Große Herausforderungen sind es aber tatsächlich, denen wir uns im nächsten Jahr zu stellen haben. Ich stehe hier vor dem Rathaus, das ab Frühjahr 2018 ebenso wie das Gebäude Mittelstraße 9 renoviert werden wird – ja werden muss. Viele von Ihnen werden es selbst schon erlebt haben: Wenn man ein altes Gebäude anpackt, dann ist man vor Überraschungen nie gefeit. Das haben wir schon in der Planungsphase für den Rathausumbau erleben dürfen. Vor allem das Stichwort Brandschutz hat uns in den letzten Monaten sehr viel Kopfzerbrechen bereitet. Wir wussten, dass das Rathaus da Probleme hat. Aber sie sind deutlich größer als angenommen. Deshalb werden wir das Rathaus sehr grundsätzlich anpacken müssen. Wir werden Decken öffnen müssen und deshalb wird die gesamte Verwaltung vorübergehend umziehen. Das ist mit manchen Unbequemlichkeiten für die Mitarbeiter, aber auch für Sie als Kunden im Rathaus verbunden, das ist uns sehr wohl bewusst – aber es geht nicht anders. Wir wollen unser schönes, stadtbildprägendes Rathaus nicht nur erhalten, wir müssen es modernisieren, damit es auch zukunftsfähige Anforderungen in den Bereichen Brandschutz, Energieeinsparung, Digitalisierung der Arbeitsprozesse und der Barrierefreiheit erfüllen kann. Aber – angesichts der guten wirtschaftlichen Lage unserer Stadt und der in Aussicht stehenden Fördermittel sind wir jetzt dazu in der Lage – allein der Brandschutz duldet keinen Aufschub. Das Rathaus ist nicht nur Sitz der Verwaltung – es ist die „Gute Stube“ der Hünfelder.

Großen Herausforderungen werden wir uns aber auch bei einem anderen Thema zu stellen haben, der Kinderbetreuung. Ich betone es ausdrücklich noch einmal, es ist erfreulich, dass wir wieder mehr Kinder haben. Es ist gut, dass mehr junge Familien nach Hünfeld ziehen, dass sie unsere Stadt attraktiv und zukunftsfähig erleben. Aber wir müssen dafür sorgen, dass wir genügend Kindergartenplätze bieten können. Deshalb werden wir im neuen Jahr mit dem Neubau eines weiteren Kindergartens beginnen, bei dem uns allerdings die Aufnahme in das Förderprogramm Soziale Stadt im Hünfelder Nordend finanziell sehr helfen wird. Wir sprechen dabei von Investitionen in einer Größenordnung von ca. 3 Millionen Euro und bekommen dafür eine Förderung von 1,87 Millionen Euro.

Im kommenden Jahr werden wir weiterhin gemeinsam mit der Kirchengemeinde St. Jakobus die Entscheidung treffen müssen, wie es mit dem Jakobus-Kindergarten weitergeht. Dort steht die Frage an: Ist der Kindergarten am bestehenden Standort sanierungsfähig, um ihn an die heutigen Anforderungen anzupassen oder müssen wir auch dort zu einem Neubau kommen?

Wir werden uns diesen Herausforderungen stellen, denn Hünfeld soll auch in Zukunft eine kinderfreundliche Stadt bleiben. Eine Stadt, in der junge Familien sich wohlfühlen. Deshalb wollen wir im kommenden Jahr auch rund eine halbe Million Euro allein im Bereich unserer Spiel- und Bolzplätze ausgeben, um diesem Anspruch gerecht zu bleiben.

Gerade für Familien mit Kindern ist auch unsere Stadtbibliothek sehr wichtig. Dort haben wir seit 20 Jahren glücklicherweise jedes Jahr steigende Leserzahlen. Das liegt an der Attraktivität, das liegt auch an der engagierten Arbeit der Bibliotheksmitarbeiterinnen und des Fördervereins. Wir brauchen Platz, um diese Bibliothek attraktiv weiter zu entwickeln. Wir brauchen aber auch Platz bei unseren Stadtwerken für ein neues attraktives Kundenzentrum. Deshalb planen wir ebenfalls noch im kommenden Jahr den Neubau der Bibliothek als zusätzliche Etage auf dem Parkhaus Zentrum zwischen Gartenstraße und Kaiserstraße. Dabei werden wir auch Räumlichkeiten für eine neue Arztpraxis schaffen und einen Aufzug installieren, der dieses Parkhaus sicher noch attraktiver macht.

Große Herausforderungen stehen uns auch im Bereich des Straßenbaus bevor. Die gesamte Ortsdurchfahrt von Nüst soll unter anderem neu gestaltet werden. Wir haben bereits in diesem Jahr den größten Teil der Ver- und Entsorgungsleitungen in der Ortsdurchfahrt erneuert und wären gerne schon weiter gewesen. Da waren wir aber abhängig vom Baufortschritt von Hessen Mobil bei der Brückensanierung bei Rückers und in der Ortsdurchfahrt von Rückers, weil diese als Umleitungsstrecken gebraucht werden. Wir werden bis zum Frühjahr dort allein für die Ver- und Entsorgung rund eine Million Euro verbaut haben.

Dagegen sind die Fortführungen der IKEK-Maßnahmen in unseren Dörfern beinah normales Routinegeschäft. In Großenbach, Roßbach, Malges und Rückers wollen wir die Bürgerhäuser weiter verbessern, in Oberfeld soll der Ortsmittelpunkt neu gestaltet werden. Auch im Bereich der SILEK-Maßnahmen haben wir uns viel vorgenommen. In Dammersbach wollen wir einen ersten Schwerpunkt im Rahmen der Flurneuordnung setzen. Da geht es um Investitionen von rund einer halben Million Euro in den präventiven Hochwasserschutz. Sie können sich sicher noch an die Bilder erinnern, als Dammersbach 2013 unter Wasser stand. Das sollen die Menschen dort möglichst nicht noch einmal erleben müssen.

Es sind Investitionen in die Zukunft unserer Stadt, die trotz der gewaltigen Summen solide finanziert sind. Wenn wir keine neuen schwerwiegenden Überraschungen erleben, dann kann ich Ihnen schon heute versprechen: Auch nach diesen Investitionen wird Hünfeld wirtschaftlich gesund, handlungsfähig und liquide bleiben. Das haben wir auch der günstigen wirtschaftlichen Entwicklung in unserer Stadt zu verdanken, an der viele Menschen ihren Anteil haben. Wir sind gut beraten, als kommunalpolitisch Verantwortliche dafür immer gute Rahmenbedingungen zu bieten. Wir haben die geringste Erwerbslosenquote in ganz Hessen, es siedeln sich neue Firmen in unserer Stadt an und bestehende planen Erweiterungen. So schmerzlich die Entscheidung von Coty gerade für die betroffenen Beschäftigten auch sein mag, wir können weiter zuversichtlich in die Zukunft schauen. Dennoch sollten wir auch an die Betroffenen von Coty denken an diesem Abend. Da werden berufliche Lebenswege unterbrochen, da gibt es in den Familien manche Sorgen um die Zukunft. Das lässt uns in Hünfeld nicht ungerührt. Deshalb sollten wir gerade heute auch an die Betroffenen und ihre Familien denken. Sie können Beistand, Aufmunterung und Zusammenhalt gebrauchen. Was die Kommunalpolitik tun kann, ist für gute Rahmenbedingungen zu sorgen, damit neue Arbeitsplätze entstehen. Das tun wir und das wird auch weiterhin eine zentrale Aufgabe bleiben! Als Beispiel möchte ich nur das gewaltige Vorhaben von tegut nennen. Wenn wir uns mit den Grundstückseigentümern einig werden, dann geht es auch dort noch im neuen Jahr los.

Trotz der großen Projekte – die Liste könnte ich noch lange weiterführen – wollen wir keine Abstriche machen bei der Förderung des Ehrenamtes, unserer heimischen Vereine und der Feuerwehren. Ihre Arbeit ist wichtig, ja unverzichtbar für unser Gemeinwesen. Deshalb möchte ich heute Abend auch die Gelegenheit nutzen, all diesen Menschen, die in öffentlichen Ämtern oder auch ganz bescheiden im Hintergrund Aufgaben übernehmen und für ihre Mitmenschen da sind, Dank zu sagen. Es wird manchmal spöttisch von „Funktionären“ und „Pöstchen-Inhabern“ gesprochen. Doch ohne diese funktioniert nichts in den Vereinen, funktioniert nichts in unserem Gemeinwesen und in der Kommunalpolitik. Ausdrücklich nennen möchte ich dabei auch unsere Feuerwehren, unsere Hilfsorganisationen oder auch die vielen Menschen, die sich im sozialen Bereich engagieren. Sie alle, meine Damen und Herren, verdienen unseren Respekt.

Heute ist der Tag, an dem eine langjährige Amtszeit einer verdienten Persönlichkeit im Ehrenamt endet: die von unserem Ersten Stadtrat Theo Flügel. 25 Jahre lang hat er sich herausragend in der Kommunalpolitik engagiert für Sie, für uns alle. Er ist ganz sicher ein Mann mit Ecken und Kanten. Aber, und das habe ich nie anders erlebt, wenn es um die Interessen unserer Stadt ging und geht, dann hat er stets gekämpft und stand in vorderster Front. Deshalb möchte ich den heutigen Abend nutzen, ihm, stellvertretend für alle anderen, die sich freiwillig und ehrenamtlich einbringen, ein ganz herzliches Dankeschön zu sagen.

Danken möchte ich auch allen musikalisch Mitwirkenden, die den heutigen Abend gestalten: dem Kirchenchor St. Jakobus, dem Männergesangverein Hünfeld, dem Gesangverein Mackenzell mit Sing-A-Pur, dem Gesangverein Nüst, Mitgliedern des Ökumenischen Singkreises sowie einer Formation der Stadtkapelle und der Dammersbacher Blaskapelle. Sie alle haben Anteil daran, dass die heutige Veranstaltung traditionell stattfinden kann. Ein ganz besonderer Dank gilt dem musikalischen Gesamtleiter, unserem Regionalkantor Christopher Löbens! Nennen will ich aber auch Frau Monika Meier, Herrn Walter Glotzbach und Herrn Gerhard Hohmann, die sich von mir sofort haben in die Pflicht nehmen lassen, sowie Herrn Vladimir Langenstein und Herrn Siegfried Stock.

Wir haben uns in Abstimmung mit den örtlichen Kirchengemeinden und auf Wunsch der Vereine ganz bewusst dafür entschieden, von der bisherigen Tradition etwas abzuweichen und die Aufführung des Neujahrsliedes nicht mehr nach den Jahresabschlussandachten, sondern vorher durchzuführen. Das liegt sicher im Interesse der Musiker und Sänger, die dann ohne eine weitere Verpflichtung zu ihren privaten Feiern gehen können, das können die Besucher gut mit dem Besuch der Gottesdienste verbinden und uns bleibt allen ein wenig mehr Zeit, den Silvesterabend zu Hause oder mit Freunden vorzubereiten und zu feiern.

Nun wünsche ich Ihnen einen guten Beschluss und uns allen ein erfolgreiches, ein friedvolles neues Jahr 2018. Möge Gottes Segen auch im neuen Jahr auf Ihnen und auf unserer Stadt ruhen.“