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Aktuelles aus Hünfeld

Gleichnis mit aktuellem Bezug

 

Hünfeld-Sargenzell. Einen aktuellen Bezug hat der diesjährige Früchteteppich in der Alten Kirche Sargenzell mit dem Gleichnis des armen Lazarus und des reichen Mannes. Eine satte Tischgesellschaft hat keinen Blick für den kranken Bettler, der an ihrer Schwelle liegt. Zu sehen ist der diesjährige Früchteteppich täglich von 9 bis 18 Uhr bis zum 1. November. Gruppenführungen können über Horst und Hiltrud Münkel, 06652/7938591, oder die Touristinfo Hessisches Kegelspiel, 06652/180-195, gebucht werden. Diese Führungen sind von montags bis freitags möglich.

Anlässlich der Eröffnung betonte Adolf Döring, Vorsitzender des Fördervereins Alte Kirche Sargenzell, dass das Bild von Leandro Bassanoaus dem 16. Jahrhundert ein sehr aktuelles Motiv aufgreife, die Welt der Reichen und des Armen prallten aufeinander. Das Bild mahne zur Toleranz und Verständigung. Er freute sich, dass das Team um Ria Noll in diesem Jahr zehn neue Helfer gewinnen konnte, die in wochenlanger Arbeit aus naturbelassenen Samen und Körnern dieses große Bild geschaffen habe. Weiterhin erinnerte er an den langjährigen Helfer Bernd Heimes, der kürzlich verstorben war. Ria Noll, die seit 30 Jahren die künstlerische Leitung für den Früchteteppich inne hat, sprach von einem Gleichnis, das sehr in die heutige Zeit passe. Ihr sei dabei das Wort von Mutter Theresa in den Sinn gekommen, die gefragt worden sei, ob es Sinn mache, etwas zu geben, anstatt die Verhältnisse grundsätzlich zu ändern. Mutter Theresa habe gesagt, dass jedes hilfreiche Wort, jede Geste und jede Hilfe gefragt sei. Das werde auch in dem Bild deutlich. Die satte Tischgesellschaft sehe alles andere als glücklich aus, auch wenn sie eigentlich allen Grund zur Zufriedenheit habe.

Pfarrer Jürgen Gossler von der evangelischen Kirchengemeinde Hünfeld mahnte eine „soziale Lebensqualität“ in der Gesellschaft an, die drohe, verloren zu gehen, wenn der Blick nicht mehr auf die Ränder der Gesellschaft gerichtet werde. Jeder habe Verantwortung für seine Mitmenschen, denn Gottes- und Nächstenliebe seien zwei Seiten derselben Medaille. Wer sich vom Nächsten abwende, wende sich auch von Gott ab.

Diese Botschaft ist nach den Worten des Bundestagsabgeordneten Michael Brand top aktuell, da sie den Blick auch dafür weite, dass die Gesellschaft auch Verantwortung für das habe, was außerhalb des eigenen Landes geschehe. Gegenwärtig seien 65 Millionen Menschen und damit mehr als je zuvor auf der Flucht. Es sei ein Teil christlicher Verantwortung, auch den Nächsten zu sehen und Verantwortung in der Welt zu tragen. Landrat Bernd Woide wünschte dem Team des Früchteteppichs, dass möglichst viele Menschen ergriffen seien von diesem Bild. Den vielen Helfern sei ein wahres Kunstwerk gelungen. Dies bekräftigte auch Ortsvorsteherin Pia Biedenbach, die fragte, was die Helfer bewegt habe, wochenlang auf Knien dieses Kunstwerk in mühevoller Arbeit zu schaffen. Es sei sicher das gute Gefühl, gemeinsam an einem etwas Großartigem mitzuarbeiten, das die Besucher anspreche. Pfarrer Peter Borta sprach von einer besonderen Form der Verkündigung von Gottes Wort, das dazu auffordere, hinzuschauen und sich dem Nächsten zuzuwenden. Dies bekräftigten auch Pater Norbert Wilczek und Pater Jens Watterot vom Hünfelder Bonifatiuskloster, die auch für das kommende Jahr anboten, mit dem Team des Früchteteppichs eine geistliche Vorbereitung im Kloster durchzuführen.

Stadträtin Martina Sauerbier sprach von einem Markenzeichen, nicht nur für Sargenzell und Hünfeld, sondern für die ganze Region. Dieser Früchteteppich sei nicht nur wegen seiner Kunstfertigkeit so erfolgreich, sondern weil er die Betrachter berühre. Das Bild habe eine klare Botschaft, dass niemand sich aussuchen könne, wer sein nächster sei, dem er die Hand zur Hilfe reiche. Auch der Förderverein leiste durch Spenden mittlerweile viel Gutes, um die Welt ein bisschen besser zu machen. Für die Barmherzigen Schwestern des Heiligen Vinzenz von Paul sprach Schwester Dominika von der Nächstenliebe als Gottesgeschenk. Die Betrachter des Bildes würden angeregt, ein hörendes Herz zu haben.

Musikalisch umrahmt wurde die Feier durch die Chorgemeinschaft Hünhan mit dem gemischten Chor Chorisma unter Leitung von Martina Reith-Göb. Karl-Rainer Bräuning vom Förderverein blieb es abschließend vorbehalten, Ria Noll und den Helfern für ihren Einsatz zu danken und zu einem geselligen Miteinander mit den Helfern und den Führern einzuladen.

 

 

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