Aktuelles aus Hünfeld

Schwenk erwartet ernsthafte Prüfung

 

Hünfeld. Im Zusammenhang mit der beabsichtigten Schließung des Hünfelder Wella-Werks durch den neuen Eigentümer Coty hat Bürgermeister Stefan Schwenk eine klare Erwartung an den US-Konzern, die Tür für seriöse Gespräche zur Übernahme des Produktionsstandortes durch andere Investoren zu öffnen. Dies sei das Unter-nehmen den 380 Beschäftigten, die ansonsten ihre Arbeit verlieren, ganz einfach schuldig, betonte Schwenk in einer Stellungnahme zu den Plänen des Bad Salz-schlirfer Unternehmers Marc Martin, das Hünfelder Werk als „Lohnabfüller“ weiter betreiben zu wollen.

Nach seinem Gespräch mit Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier und dem Be-triebsrat war die Hessenagentur eingeschaltet worden, um mögliche Investoren zu finden, die einen weiteren Betrieb sicherstellen können. Dazu sei es aber erforderlich, so der Bürgermeister, dass Coty die Absicht habe, den Standort zu veräußern.

Es sei ein Stück sozialer Verantwortung gegenüber den heutigen Beschäftigten und den Generationen, die Wella von Hünfeld aus groß gemacht hätten, solche Optionen ernsthaft zu überprüfen. Sollten Gesprächen mit möglichen Investoren von vorne herein blockiert oder ausgeschlossen werden, dann nähre das den Verdacht, dass es nicht um eine möglicherweise mangelnde Wirtschaftlichkeit des Standorts gehe, son-dern um konzernstrategische Entscheidungen auf dem Rücken der Beschäftigten.

Er stehe in engem Kontakt mit dem Betriebsratsvorsitzenden Norbert Herr, der eben-falls die Forderung erhoben hatte, die Tür für ernsthafte Gespräche zur Übernahme des Werks zu öffnen.

Hünfeld habe über Jahrzehnte auch als Kommune große Anstrengungen unternom-men, Wella unter den bisherigen Eigentümern möglichst gute Entwicklungschancen am Standort zu bieten. Es liege in der Verantwortung des neuen Eigentümers, hier angesichts der Liegenschaften mit modernster Produktions- und Anlagentechnik, keine Brache gigantischen Ausmaßes zu hinterlassen.