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Aktuelles aus Hünfeld

Wege aus der Sucht

Hünfeld-Molzbach. Es herrscht wieder Leben im ehemaligen Klosterhof Molzbach. Seit wenigen Wochen hat dort die erste Niederlassung der „Rettungsarche e.V.“ ihre Arbeit aufgenommen. Dort leben mittlerweile neun Männer in einem Therapieprogramm, um sich von der Sucht nach Drogen oder Alkohol zu befreien. Jetzt waren die Molzbacher zu einem Tag der Offenen Tür eingeladen, zu dem auch Ortsvorsteher Udo Tischler und Stadträtin Martina Sauerbier und die Landesbeauftragte für Spätaussiedler, Margarete Ziegler-Raschdorf, gekommen waren.

Lina Vogel, Vorsitzende der Rettungsarche berichtete, dass es diese Organisation bereits seit 14 Jahren gibt. 2006 wurde die erste stationäre Einrichtung im Erbsdorfergrund bei Marburg errichtet. Dort unterhält die Hilfsorganisation, die mittlerweile auch durch das Land Hessen als Suchthilfeorganisation anerkannt ist, bereits einen Hof und ein weiteres Gebäude, in denen Wohngruppen leben.

Es sei ihr wichtig, betonte Lina Vogel, dass die Einrichtung, die den Bewohnern eine feste Wertegrundlage auf den Fundamenten des christlichen Glaubens und Stabilität im Alltag vermitteln wolle, auch von der Dorfgemeinschaft angenommen werde. Nach dem Konzept der Einrichtung sind auch die Betreuer ehemalige Betroffene, die erfolgreich eine Therapie nach einer klinischen Behandlung absolviert haben.

Die neuen Bewohner, die mit dem Leiter der Einrichtung in Molzbach, Kirill Kuznecov, im Klosterhof eingezogen sind, versorgen dort insgesamt 40 Tiere, darunter Schweine, Schafe und hoffen auch auf Kooperationspartner vor Ort. Stadträtin Sauerbier drückte die Hoffnung aus, dass die Arbeit der Einrichtung für die Betroffenen Früchte tragen werde und wünschte den Verantwortlichen eine glückliche Hand. Es sei positiv, dass die Molzbacher von Anfang an mit einbezogen würden. Von seinen Erfahrungen mit der Einrichtung im Erbsdorfergrund berichtete Bürgermeister Andreas Schulz, der der Rettungsarche bescheinigte, ein Segen für seine Gemeinde geworden zu sein. Die Bewohner unterstützten die Dorfgemeinschaft tatkräftig bei vielen Gelegenheiten. Ein Mann, der erfolgreich seine Therapie bestanden hatte, habe mittlerweile ein Bauunternehmen mit 15 Beschäftigten gegründet. Mit einer Tanzdarbietung und einem kleinen Theaterstück sorgten Bewohner und deren Angehörige für Unterhaltung. Vorbereitet hatten sie für ihre Gäste auch typische Gerichte, wie sie von Russlanddeutschen zubereitet werden. Ortsvorsteher Udo Tischler kündigte an, dass die Dorfgemeinschaft offen für diese Neubürger sei. Die Landesbeauftragte für Russlanddeutsche und Spätaussiedler, Margarete Ziegler-Raschdorf, überbrachte die Grüße des Hessischen Ministerpräsidenten und berichtete von ihrer langjährigen positiven Erfahrung mit dieser Einrichtung und ihrem Konzept. Der Aufenthalt in der Rettungsarche verlange von den Bewohnern Energie, Durchhaltevermögen und auch Mut. Sie habe den Eindruck gewonnen, dass diese Form der Therapie vielen Menschen bei ihrem Weg aus der Sucht und Abhängigkeit bereits geholfen habe.

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