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Aktuelles aus Hünfeld

Sommerfest für das Museum

Hünfeld Bei Wein und Würstchen konnten rund 150 Besucher des diesjährigen Sommerfestes im Hünfelder Museum Modern Art Gespräche mit den drei Künstlern führen, die gegenwärtig dort im Rahmen des Kultursommers Fulda-Main-Kinzig in einer Sonderausstellung vertreten sind.

Martin Ebert, Vorsitzender des Fördervereins, freute sich bei seiner Begrüßung, dass so viele Kunstinteressierte aus der Region diese Chance genutzt hätten. Zunächst war nur der Berliner Maler Jens Lorenzen als Gast erwartet worden, in den letzten Tagen ergab sich aber, dass auch der Konzept- und Skulpturenkünstler Manfred Kielnhofer aus Linz in Österreich und der Berliner Fotograf André Wagner ebenfalls zu diesem Fest kommen würden. Alle drei Künstler gaben bei einer Führung durch das Museum tiefe Einblicke in ihr Schaffen und ihr Werk.

Die beiden Kuratoren der Ausstellung, Peter und Günter Liebau freuten sich, dass die drei international bekannten Künstler eigens für dieses Sommerfest erneut nach Hünfeld gekommen waren. Das zeige die besondere Verbundenheit, die alle drei Künstler zu diesem Museum hätten. Während der Maler Jens Lorenzen seine an Pop-Art erinnernden Werke aus Zeitungsausschnitten, Werbebotschaften und anderen Druckerzeugnissen zusammenfügt und dann malerisch auf großformatige Ölbilder bringt, die sich jeweils links und rechts vom Bild durch neue Bilder zu einer Wand vervollständigen, erfuhr Manfred Kielnhofer besondere Aufmerksamkeit, als er auf der Documenta als unabhängiger Künstler seine Skulpturen in der Kasseler Innenstadt außerhalb der Ausstellung präsentierte. In Hünfeld sind seine durch Lichteffekte verstärkten Skulpturen aus der Reihe „Wächter der Zeit“ zu sehen. Dabei handelt es sich um scheinbar in wallende Gewänder gehüllte „Wächter“, die allerdings ohne Gesicht erscheinen. Verteilt auf den Glockengasbehältern, in den Eingangsbereichen und dem Freigelände sowie den Fluren des Museums begegnen die Skulpturen den Besuchern.

Einen völlig anderen Weg beschreitet der Berliner Fotokünstler André Wagner in seinen Arbeiten. Er experimentiert mit sehr langen Belichtungszeiten und lichtet Räume, Gebäude mit verwischten und sich mischenden Menschenmengen ab. Außerdem zeigt er in seinen Arbeiten natürliche Strukturen, beispielsweise aus einem Bambuswald und löst Lichter der Großstadt zu ganz eigenen Sichtweisen auf, weil er beispielsweise die Kamera in einem gläsernen Aufzug positioniert und diesen als statisches Element erscheinen lässt, während die Lichter von Hochhäusern zu Linien und Strukturen werden.

Bei Weinen und Bratwürsten hatten die Besucher Gelegenheit, mit den drei Künstlern unmittelbar ins Gespräch zu kommen.

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