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Hünfelder Gaalbernfest

Der Amtsbock

Amtsbock
Er wird von Kindern gerne als Kletterfigur und Reittier genutzt. Die Rede ist vom Hünfelder Amtsbock auf dem Rathaus-Platz.

Die Geschichte der bronzenen Skulptur hat ihre Wurzeln im Jahr 1961. Zu dieser Zeit besaßen Hünfeld und Sargenzell einen gemeinsamen Ziegenbock, der regelmäßig für Nachwuchs sorgen musste.

 

Untergebracht war das Tier bei dem Sargenzeller Bauern Karl Petter, der es fütterte und pflegte. Aus Ärger darüber, dass sowohl Geld für Futter als auch Pflege ausblieben, brachte der Landwirt den Geißbock ins Rathaus, wo er ihn mit den Worten „hier habt Ihr Euren Ziegenbock" stehen ließ, sich umdrehte und heim nach Sargenzell ging.

Davon zeugt noch das Lied „Ein Bäuerle sollt ein Geißbock halte" nach der Melodie „Auf der schwäbschen Eisenbahne". Die Originalgeschichte wird jedes Jahr zum Abschluss des Gaalbernfestes vor dem Amtsbockbieranstich auf humoristische Weise am Denkmal des Amtsbocks vorgetragen.

 

Der Amtsbock

Eine heitere, dennoch wahre Begebenheit, so passiert im Oktober Anno Domini 1961 in „Gaalbernshausen" an der Haune

In lustigen Versen nacherzählt von Conrad Schäfer


Der Geißbock ist ein nützlich Tier.
Dem Nachwuchs dient er, nicht zur Zier.
Doch wenn der Bock zum Amt gelangt.
So manchem dort das Herz gebangt.

So war´s auch in der Gaalbernstadt,
Im Herbst, da war´n die Bürger platt.
Ein Bauer brachte ihn zum Haus
Des Rates, dann, war´s aus.

Er selbst fuhr schnell von hinnen
Und dacht: „Ihr könnt mich drinnen!"
Zurück blieb nur der Bock, der stank.
Das war des Bauers schnöder Dank!
Der Bock indeß, sprang hin und her.
Er meckerte, lief kreuz und quer.
Ließ hie und da mal etwas fallen.
Hat keine Ehrfurcht vor den Hallen.

Geniert sich gar nicht, machte naß.
Für ihn war dies ein Heidenspaß.
Die Düfte immer stärker wehten,
Das war´n des Bockes stärkste Fehden.

Die Stadtherrn selbst die Nasen rümpften
Soviel sie meckerten und schimpften,
Macht Meister Bock fast gar nichts aus,
Er blieb deswegen doch im Haus!
Er dacht, wenn einer „meckern" tut
Bin ich es, denn ich kann es gut.
Ich hab´s gelernt, bin prädiziert
Und mir daher die Ehr´ gebührt!

Auch meck´r ich, weil ihr meinem Herrn
Das Geld nicht zahlet, was er gern
Für meine Leistung haben wollt!
Dreinfahren soll der Blitz, der grollt!"

Das half dem Bock zwar alles nicht,
Er musst´ hinaus, ans Tageslicht.
Doch wie man sich auch müht und plagte,
Der Bock war´s, der hier nicht verzagte.
Erst als den „Doktor" man zitierte.
Der dieses Urviech dann entführte,
Kehrt Ruhe ein im „Hohen Haus",
Das war des Bockes letzter Strauß!

Zurück bliebn nur die „süßen" Düfte,
Vergleichbar mit des Grabes Grüfte.
Zurück blieb auch des Bauers Streich,
Man spricht davon im nächsten Reich!

Amtsbocklied

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